Kommentar
Zwei Prozent der Gesamtausgaben der Stadt Wil fürs Klima auszugeben, ist nicht übertrieben

Die SVP hat den Stadtrat aufgefordert, die Investitionen fürs Klima transparent zu machen. Der Partei geht es aber eigentlich vor allem darum, dass die Stadt zu viel Geld dafür ausgibt. Sie liegt falsch.

Gianni Amstutz
Gianni Amstutz
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Massnahmen gegen das Klima kosten die Stadt jedes Jahr viel Geld.

Massnahmen gegen das Klima kosten die Stadt jedes Jahr viel Geld.

Bild: Alessandro Crinari / KEYSTONE

Drei Millionen Franken sind ohne Zweifel viel Geld. Mindestens so viel hat die Stadt Wil allein 2020 in Massnahmen gegen den Klimawandel investiert. In den nächsten Jahren wird dieser Betrag wachsen, nur schon deshalb, weil rund 90 neue Massnahmen zur Umsetzung der Resolution Klimanotstand hinzukommen sollen.

Der Vorstoss der SVP zielt auf transparente Zahlen ab. Das ist – egal um welche Ausgaben es sich handelt – wünschenswert. Der SVP geht es aber um mehr. Es ist bekannt, dass sie nur einen Teil der Klimamassnahmen unterstützt. Mit dem Vorstoss will sie vor allem aufzeigen, dass mehr Geld als angenommen dafür ausgegeben wird. Zu viel, wenn es nach der SVP und Pascal Stieger geht. Darüber lassen er und seine Parteikollegen bei ihren Voten im Parlament jeweils keine Zweifel.

Betrachtet man die Ausgaben im Vergleich zum Gesamtjahresbudget der Stadt relativiert sich der Eindruck, die Stadt gebe Unmengen fürs Klima aus. Denn drei Millionen Franken machen «nur» rund zwei Prozent aus. Zwei Prozent für ein Problem, das unlängst als «grösste Gefahr für die Welt» eingeschätzt wurde. Und das nicht etwa von einer Gruppe linker Klimaaktivisten, sondern vom Weltwirtschaftsforum (WEF). Dass auch die Stadt Wil einen kleinen Beitrag leistet, sich dieser Herausforderung anzunehmen, ist sicher richtig.

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