Kommentar
Wenn damit gespart werden kann, spricht nichts gegen einen Stellenausbau der Sozialhilfe in Wil

Wie ein Pilotprojekt der Stadt Winterthur zeigt, können mit zusätzlichen Personalressourcen in der Sozialberatung zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Die Menschen erhalten bessere Unterstützung und die Stadt spart Geld. Gute Gründe, die Erkenntnisse aus Winterthur auch in Wil anzuwenden.

Gianni Amstutz
Gianni Amstutz
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Mit einer besseren Unterstützung wären deutlich mehr Sozialhilfebeziehende nicht so lange auf Unterstützungsgelder angewiesen, wie ein Projekt in Winterthur zeigt.

Mit einer besseren Unterstützung wären deutlich mehr Sozialhilfebeziehende nicht so lange auf Unterstützungsgelder angewiesen, wie ein Projekt in Winterthur zeigt.

Bild: Hanspeter Baertschi

Das Pilotprojekt der Stadt Winterthur zeigt, dass zusätzliche Stellen in der Sozialhilfe eine gute Investition sind. 2,5 Millionen Franken konnte die Stadt sparen, obwohl – oder eben gerade weil – elf neue Vollzeitstellen geschaffen wurden. Das sollte die Wiler Politik aufhorchen lassen.

Die Debatte darf nicht von klassischem Links-Rechts-Denken geprägt sein. Das übliche Argument, das Stellenwachstum auf der Verwaltung laufe aus dem Ruder und verursache jährlich mehr Kosten, verfängt bei der Sozialhilfe offensichtlich nicht. Besonders jene Stimmen im Parlament, die den Stadtrat regelmässig dazu auffordern, unternehmerisch zu denken, müssten der Bewilligung zusätzlicher Stellen wohlgesinnt sein. Wenn letztlich in der Gesamtbetrachtung sogar Kosten eingespart werden können, ist das eine Win-win-Situation.

Denn ob aller Diskussionen um die Kosten darf man nicht aus den Augen verlieren, wofür es das Auffangnetz der Sozialhilfe gibt. Es geht um Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Wenn die Stadt die Möglichkeit hat, ihnen diese zuteilwerden zu lassen und gleichzeitig noch die Ausgaben senken kann, gibt es keinen Grund für Opposition. Mit einer Adaption des Winterthurer Modells in der Stadt Wil könnten gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden.