KOMMENTAR
Nachwuchsförderer Nummer 1 bleiben, aber etwas mehr Routine darf es sein

Kein anderer Verein im Schweizer Profifussball setzt so stark auf den Nachwuchs wie der FC Wil. Das birgt auch Tücken. Ein Kommentar zur Frage, wie «grün» die Wiler in der nächsten Saison sein sollen.

Simon Dudle
Simon Dudle
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Auch dank Jan Kronig ist der FC Wil weit oben in der Nachwuchsförder-Rangliste. Einige Routiniers braucht es aber doch.

Auch dank Jan Kronig ist der FC Wil weit oben in der Nachwuchsförder-Rangliste. Einige Routiniers braucht es aber doch.

Bild: Marc Schumacher, Freshfocus

Der Jugendwahn ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bringt er dem FC Wil viel Anerkennung ein, mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus. Leistungsschwankungen und Fehler werden den Spielern verziehen, da diese noch im Lernprozess sind. Nichtsdestotrotz nimmt der Klub an einer Meisterschaft teil und die Resultate sind erheblich. Nicht abzusteigen und somit Teil des Schweizer Profifussballs zu bleiben, ist elementar. 39 Punkte aus 36 Spielen – also 1,08 Punkte pro Partie – waren in der vergangenen Saison eine dünne Ausbeute.

Vor allem in der Hinrunde war die Mannschaft zu jung. Als in der Winterpause der 36-jährige Stürmer Silvio zurückgeholt wurde, hatten die Auftritte plötzlich mehr Durchschlagskraft und andere junge Spieler blühten auf. Einige routinierte Akteure sind nötig, damit die «Grünschnäbel» wachsen und sich entwickeln können. Denn sonst wird der Grat schmal. Zumal bei den älteren Spielern die Gefahr besteht, dass sie sich verletzen und ausfallen.

Es zählt für die nächste Saison: Bitte weiterhin auf die Karte Nachwuchs setzen und Nachwuchsförderer Nummer 1 bleiben. Es ist die einzig richtige Strategie für den Wiler Fussball. Aber eine Nuance mehr Routine darf es ruhig sein. Niemand erwartet vom FC Wil den Aufstieg. Mit Yverdon ist allerdings ein äusserst ambitionierter Verein aus der Promotion League aufgestiegen, was den Abstiegskampf in der Challenge League verschärfen dürfte.