KOMMENTAR
Klaus Rüdiger nicht höchster Wiler? Die Entscheidung kommt zu spät

In genau zwei Monaten hätte SVP-Stadtparlamentarier Klaus Rüdiger Wiler Parlamentspräsident werden sollen. Dass er das Amt gar nicht antreten möchte, hätte er früher kommuniziert sollen.

Simon Dudle
Simon Dudle
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Klaus Rüdiger wird aller Voraussicht nicht höchster Wiler werden.

Klaus Rüdiger wird aller Voraussicht nicht höchster Wiler werden.

Bild: Gianni Amstutz

Und plötzlich ist alles anders: Pascal Stieger statt Klaus Rüdiger soll höchster Wiler werden und kommendes Jahr durch die Parlamentssitzungen führen. Die Gründe des amtierenden Vizepräsidenten, auf den Vorsitz zu verzichten, sind nachvollziehbar. Es ist sein gutes Recht, sich nicht impfen zu lassen. Er zeigt sogar Grösse, dies offen zu kommunizieren und sich nicht ein Jahr lang mit regelmässigen Tests durchzumogeln. Als Parlamentspräsident stünden zahlreiche Auftritte an Veranstaltungen an.

Der Zeitpunkt des Entscheides ist aber alles andere als geschickt gewählt. Schon in zwei Monaten wird Stieger sein Amt antreten, so er denn gewählt wird, wovon auszugehen ist. Ihm verbleiben dieses Jahr drei Parlamentssitzungen, um alle Abläufe kennen zu lernen. Die Budgetsitzung im Dezember wird eine spezielle sein, da aller Voraussicht nach besonders lang und emotional. Zudem will auch die Parlamentsfeier vorbereitet sein, die für gewöhnlich nach der ersten Parlamentssitzung im Januar stattfindet.

Das Argument, die Entwicklung der Pandemie wäre nicht vorhersehbar gewesen, greift zu kurz. Schon seit Wochen, ja Monaten lässt sich absehen, dass das Virus auch im Winter 2021/2022 nicht verbannt sein wird. Also hätte dieser Entscheid schon im Sommer kommuniziert werden können.

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