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KOMMENTAR: "Dieses Urteil hat eine nachhaltige Wirkung für alle Hobbyfussballer"

"Nun muss man als Breitensportler jederzeit damit rechnen, dass es nach einem gröberen Foul zu einer dritten Halbzeit vor dem Richter kommt", schreibt Simon Dudle in seinem Kommentar.
Simon Dudle
Ein Torhüter der Breitensportabteilung des FC Wil ist am Mittwoch vom Kreisgericht Wil wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden. (AP Photo/Thomas Kienzle, File/Symbolbild) (Bild: THOMAS KIENZLE (AP))

Ein Torhüter der Breitensportabteilung des FC Wil ist am Mittwoch vom Kreisgericht Wil wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden. (AP Photo/Thomas Kienzle, File/Symbolbild) (Bild: THOMAS KIENZLE (AP))

Ein 20-jähriger Goalie der FC-Wil-Breitensportabteilung wird vom Gerichtspräsidenten des Kreisgerichts Wil für ein Foul verurteilt. Für ein Foul notabene, für das er im Match von einem erfahrenen Schiedsrichter nicht einmal mit einem Platzverweis sanktioniert worden ist. Auch wenn die Strafe bedingt ausgesprochen wurde und womöglich nicht bezahlt werden muss, hat dieser Urteilsspruch weitreichende Folgen – in zweierlei Hinsicht.

Einerseits für den jungen Fussballer. Dieser ist damit als junger Erwachsener ein erstes Mal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Möchte er das Urteil weiterziehen, muss er mehrere tausend Franken aufwenden. Viel Geld für einen jungen Mann, der gerade erst die Berufslehre abgeschlossen hat. Ob ihm deswegen die Lust am Fussball vergeht? Erstaunen würde es nicht.

Anderseits hat das Urteil auch nachhaltige Wirkung für alle Hobbyfussballer. Und zwar ungeachtet, auf welcher Stufe. Denn ab sofort könnten sich Gerichtsfälle in dieser Thematik häufen. Man muss als Breitensportler jederzeit damit rechnen, dass es nach einem gröberen Foul zu einer dritten Halbzeit vor dem Richter kommt.

Der Fussball lebt von Emotionen. Sie sind der Hauptgrund, warum Samstag für Samstag Tausende von Menschen einem Ball nachjagen. Ohne die Emotionen müsste gar nicht erst angepfiffen werden. Spieler haben Entscheidungen, ob sie zum Beispiel in einen Ball grätschen oder nicht, oftmals in Bruchteilen einer Sekunde zu fällen. Da läuft fast naturgemäss nicht immer alles rational ab. Natürlich hat der Goalie seinem Gegenspieler durch das Hineinrutschen höllische Schmerzen zugefügt, ihm sein wohl liebstes Hobby genommen und auch die Auswahl für die berufliche Zukunft eingeschränkt. Damit ist eine Grenze überschritten worden. Trotzdem ist es ein hartes Urteil, dem konsequenterweise noch manch anderes folgen müsste. Ob dies dem Fussball und dem Breitensport aber nützt, ist zu bezweifeln.

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