KOLUMNE
Feriengefühle beim Pieks: Warum das Impfzentrum stark an den Flughafen erinnert

Der Impfturbo ist eingelegt worden. Viele Personen bekommen gerade dieser Tage ihren ersten Stich – auch in der Region Wil-Toggenburg. Mit etwas Fantasie ist der Gang ins Impfzentrum wie jener an den Flughafen Zürich.

Simon Dudle
Simon Dudle
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So ähnlich geht es dieser Tage auch am Wiler Impfzentrum zu und her.

So ähnlich geht es dieser Tage auch am Wiler Impfzentrum zu und her.

Bild: Gaetan Bally / Keystone

Feriengefühle beim Pieks. Der Gang ins Impfzentrum ist begleitet von mulmigen Gefühlen. Nun gibt es also den ersten Stich. Moderna. Und dann Nebenwirkungen? Mal sehen.

Es ist alles eine Frage der Einstellung. Man muss sich die Sache nur schön denken, und schon verändert sich die Gefühlslage. Diesbezüglich wird einem im Impfzentrum tüchtig geholfen. Denn die Organisation erinnert stark an jene am Flughafen Zürich, wenn man in die Sommerferien verreist – was ja dieses Jahr wieder möglich sein sollte.

Los geht es mit dem traditionellen Schlangestehen. Man drückt sich auf dem Handy die Zeit tot, bis man vorne ist. Ein betont freundlicher «Anweiser» teilt einem die richtige Warteschlaufe zu. Im Zickzack und abgetrennt durch Plastikbänder kommt man dem Ziel Schritt für Schritt näher. Die zu besprechenden Themen sind halt nicht die Meerestemperaturen auf Kos, sondern ... eigentlich gar nichts. Man hat ja niemanden zum Reden dabei, da der Termin vom Kanton zugeteilt wurde – und es nicht der gleiche ist wie jener der Partnerin.

«Flug» dauert nur ein paar Sekunden

Dann wird es sogar besser als am Flughafen: Der Gang durch den Scanner bleibt einem erspart, da ein solcher nicht vorhanden ist. Kein mühsamer Routineabstrich, weil Drogen in der Jacke für möglich gehalten werden. Die ID muss auch nicht gezeigt werden. Zumindest nicht beim ersten Stich.

Nun der Höhepunkt. Es geht in die Kabine – zu vergleichen mit dem Flugzeug. Bitte den QR-Code bereithalten, damit dieser abgescannt werden kann. Nur wer diesen dabei hat, darf auf die Reise in eine geschützte Zukunft. Danach die Jacke ablegen, und Smalltalk mit der netten Dame. Sie könnte auch eine Stewardess sein. Ready for Take-off. Zum Glück dauert die Reise nicht vier Stunden wie auf die griechische Insel, sondern nur ein paar Sekunden.

Bald am «richtigen» Flughafen

Danach wird per E-Mail sofort der zweite Impftermin gereicht. Es könnte auch das Rückflugticket sein. Zum Abschluss gibt es noch eine Viertelstunde Erholung von den Reisestrapazen im Landungsterminal.

Noch genau ein Pieks fehlt, und schon ist der Gang an den «richtigen» Flughafen realistisch. Guten Flug.