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Königin gekrönt: Die revidierte Goll-Orgel erklingt wieder in allen möglichen Klangfarben

Das Juwel ist aufpoliert: Die Registerzüge glänzen, kraftvoll zieht der Spielwind durch die Membranenladen und lässt die Töne erklingen. Am Sonntag wurde die revidierte Goll-Orgel in der Kirche Feld in Flawil konzertant eingeweiht.
Andrea Häusler
Er gewährte den Interessierten in der Kirche Feld Einblick in die Klangwelten des denkmalgeschützten Instruments: Simon Hebeisen, Inhaber und Geschäftsführer von Orgelbau Goll, Luzern. (Bild: Andrea Häusler)

Er gewährte den Interessierten in der Kirche Feld Einblick in die Klangwelten des denkmalgeschützten Instruments: Simon Hebeisen, Inhaber und Geschäftsführer von Orgelbau Goll, Luzern. (Bild: Andrea Häusler)

Sie gilt seit jeher als Königin der Instrumente. Deren Bau und Musik gehören zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit – letzteres seit vergangenem Jahr, als die Unesco einen entsprechenden Antrag guthiess. Die Bedeutung der Orgelkultur und die Notwendigkeit, für deren Erhalt und die Fortschreibung des Instruments finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen, hatte die Vorsteherschaft der Reformierten Kirchgemeinde Flawil bereits zuvor erkannt. Umso mehr, als die in den Chor der Jugendstilkirche integrierte Goll-Orgel zu den Juwelen ihrer Art gehört. Das Instrument zählt mit seiner rein pneumatischen Traktur schweizweit zu den letzten weitgehend unveränderten Orgeln des süddeutschen Herstellers und besitzt daher den Status eines «Kulturobjekts von nationaler Bedeutung». Bis auf ein einziges Register befindet sich die Flawiler Orgel im Originalzustand.

Kosten unterschritten

380720 Franken sollte die nun abgeschlossene Restaurierung kosten. Wobei 121830 Franken von der kantonalen Denkmalpflege zugesichert worden waren. 258890 Franken mussten mit Stiftungsbeiträgen sowie Eigenleistungen der Kirchgemeinde (Orgelfonds aus Konzerten, Orgelpfeifenverkauf) finanziert werden. «Wir haben das Budget nicht nur eingehalten, sondern unterschritten», freute sich Kirchenvorsteherschaftspräsidentin Daniela Zillig an der Wiedereinweihung beziehungsweise neuerlicher Krönung der klingenden «Königin». Rund 30000 Franken seien übrig geblieben. Die Summe verbleibe im Orgelfonds und werde anteilsmässig für künftige Reparatur- und Unterhaltsarbeiten zurückgestellt und zur Finanzierung der Fortsetzung des Konzertzyklus aufgewendet. Die Orgelkonzerte weiterzuführen ist Daniela Zillig ein besonderes Anliegen. 107 Jahre ist sie alt, die Goll-Orgel in der reformierten Kirche. Noch älter ist die Luzerner Orgelbaufirma Goll mit Sitz in Luzern. Sie feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Deren Inhaber und Geschäftsführer, Simon Hebeisen, teilte an der Wiedereinweihung sein umfassendes Fachwissen mit den stetig ein- und ausgehenden Interessierten und resümierte, welche Arbeiten in den vergangenen Monaten ausgeführt worden waren. Rund 4000 Kleinstteile und grössere Schaltelemente seien ersetzt worden, sagte er. «Jedes Lederschaltelement musste vorgängig millimetergenau ausgemessen werden.»

Flöten- und Klarinettenklänge simuliert

Die Charakteristik einer romantischen Orgel zeigt sich in der Vielfalt an Klangfarben im Grundstimmenbereich. Hebeisen sprach von einer «grossen Differenziertheit zwischen weichen und scharfen, hellen und dunklen Tönen». Wie sich dies anhört, zeigte er mit dem Spiel einziger Sequenzen auf. Wobei die Vielseitigkeit der Orgel, die nicht nur ein Kircheninstrument ist, sondern über Jahrhunderte bei höfischen Festen und zu Bauerntänzen gespielt worden war, hör- und fühlbar wurde.
Ziel der Orgeln dieser Epoche war einst die Imitation eines Orchesters. So wurden eine Reihe neuer Pfeifenformen und Registerbezeichnungen entwickelt, die sich an Instrumentennamen anlehnten. Simon Hebeisen verblüffte die Besucher, indem er der Orgel Flöten und Klarinette ähnliche Stimmen entlockte. Wozu das Instrument ausserdem in der Lage ist, wurde im abschliessenden Konzert deutlich, mit dem die Organisten Paolo D’Angelo, Ursula Hauser, Thomas Höpp, Bernhard Hörler und Bernhard Ruchti für einen feierlichen Schlusspunkt sorgten.

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