Knuspriges und Lesbares

Mit der Veranstaltungsreihe «Altstadt Plus» soll das historische Zentrum von Wil belebt werden. Der erste Anlass «Brot und Buch» war gut besucht. Weitere Events sollen folgen.

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Die «Brot und Buch»-Besucherinnen und -Besucher werden von Simon Lumpert, Präsident der Altstadtvereinigung, begrüsst. (Bild: PD)

Die «Brot und Buch»-Besucherinnen und -Besucher werden von Simon Lumpert, Präsident der Altstadtvereinigung, begrüsst. (Bild: PD)

Die Sorge der Organisatoren, der Besucheraufmarsch bei der Premiere für die Veranstaltungsreihe «Altstadt Plus» könnte etwas bescheiden ausfallen, erwies sich schliesslich als unbegründet. Die Anmeldeliste für «Brot und Buch» füllte sich mit 45 Namen.

Das altersmässig buntgemischtes Publikum lauschte am Freitagabend gespannt den Erläuterungen von Silvio Dietsche, seit 5,5 Jahren Inhaber der Feinbäckerei Dietsche. Mit humorvollen Kommentaren stellte er Produkte aus seiner Backstube vor wie etwa Brioche und Olivenbrot und bot sie zur Degustation an. Sozusagen als Garnitur fürs Gebäck trug die Schauspielerin Bigna Körner ein heiteres Gedicht von Wilhelm Busch zum Thema vor. Nach einer kurzen Besichtigung der Backstube wechselten die Gäste in die nahe- gelegene Buchhandlung ad:hoc, wo der Wiler Stadtarchivar Werner Warth den roten Themenfaden mit einem Rückblick auf verschiedene Ereignisse in der Wiler Geschichte aufnahm. So berichtete er von Brotschätzern, die als eine Art historische Konsumentenschützer regelmässig prüften, ob die Bäcker die Gewichtsvorgaben einhielten. Unredliche hatten eine schmerzhaft hohe Busse zu entrichten. Warth erzählte auch, dass im dreistöckigen Kornspeicher im Dachgeschoss des Hofs früher 300 Tonnen Korn gelagert worden waren.

Fortsetzung folgt

Ein Schätzwettbewerb rundete den Anlass ab: Zu erraten war die Menge an Getreidekörnern in einem Glas. Unter den Gästen befand sich auch Parlamentspräsidentin Christa Grämiger: «Ein sehr positiver Anlass mit einer gut gelungenen Mischung aus verschiedenen Elementen.»

Nach der geglückten Premiere ist Simon Lumpert, Präsident der Altstadtvereinigung, zuversichtlich, in absehbarer Zeit weitere Events organisieren zu können. «Wir haben für die Altstadt erfolgreich ein Gefäss geschaffen, das andere Gewerbetreibende nun mit ihren publikumswirksamen Ideen füllen können.» Gemäss Simon Lumpert sind drei bis fünf Anlässe pro Jahr vorgesehen. (aze)