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Knatsch um neue Bauzone in Niederhelfenschwil: Jetzt will es der Gemeinderat wissen

Niederhelfenschwiler Souverän entscheidet an der Urne, ob sich die Gossauer Firma Gebr. Eisenring AG in Lenggenwil ansiedeln darf.
Hans Suter
Blick vom Wohnquartier aus in Richtung Oberwisen auf die Gewerbe- und Industriezone Geren. Soll hier künftig 18,5 oder nur 15 Meter hoch gebaut werden dürfen? Das Stimmvolk entscheidet. (Bild: Hans Suter)Blick vom Wohnquartier aus in Richtung Oberwisen auf die Gewerbe- und Industriezone Geren. Soll hier künftig 18,5 oder nur 15 Meter hoch gebaut werden dürfen? Das Stimmvolk entscheidet. (Bild: Hans Suter)
Oben rechts im Modell: So oder ähnlich könnte der Neubau werden. (Bild: PD)Oben rechts im Modell: So oder ähnlich könnte der Neubau werden. (Bild: PD)
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Jetzt will es der Gemeinderat wissen

Lenggenwil ist ein beschauliches Dorf, eingebettet in einer Landschaft voller saftiger grüner Wiesen und fruchtbarer Äcker. Politisch gehört es zur Drei-Dörfer-Gemeinde Niederhelfenschwil, jener Gemeinde notabene, deren Name als der Längste aller Schweizer Gemeinden gilt. Doch darüber wird kaum gesprochen. Superlative gibt es hier auch sonst genug. Gerade in Lenggenwil. Das Dorf zählt keine 1000 Einwohner, ist aber scheinbar mühelos in der Lage, selbst Grossveranstaltungen wie ein Kantonalmusikfest auf die Beine zu stellen, was diesen Sommer eindrücklich bewiesen wurde. Ähnlich bemerkenswerte Leistungen der Dorfvereine gäbe es noch eine ganze Reihe.

Bedrohte Ruhe

Doch seit einiger Zeit scheint die Ruhe im Dorf bedroht. Der Grund ist die Absicht des Gossauer Unternehmens Gebr. Eisenring AG (GEAG), im Gewerbe- und Industriegebiet Geren in Lenggenwil einen Neubau zu erstellen. Seit Bekanntwerden der Dimensionen wehren sich Anwohner und Nichtanwohner mit Wahrheiten, Halb- und Unwahrheiten.

Anwohner wehren sich

Das Unternehmen ist auf die Veredelung und den Handel von Holzprodukten spezialisiert. In Gossau ist die mehr als 100-jährige Geag räumlich an den Kapazitätsgrenzen angelangt, Möglichkeiten zur Arrondierung gibt es nicht. Deshalb hat sich die Unternehmensleitung für einen Neubau ausserhalb Gossaus entschieden. In Lenggenwil konnte vor einigen Jahren geeignetes Industrieland erworben werden. Um möglichst optimale Arbeitsabläufe zu schaffen, ist ein langgezogener und teilweise bis zu 18,5 Meter hoher Baukörper nötig. Doch das geht einigen Anwohnern entschieden zu weit.

Abstimmung soll Klarheit schaffen

Dem Gemeinderat ist klar, dass der Neubau nicht innerhalb der Regelbauweise der bestehenden Gewerbe- und Industriezone realisiert werden kann. Deshalb wurde ein Überbauungsplan mit Sondernutzungsvorschriften erarbeitet und öffentlich aufgelegt. Gegen diese Anpassung des Zonenplans wurde Einsprache erhoben, vom Gemeinderat aber abgewiesen. Ein Rekurs wurde vom kantonalen Baudepartement indes gutgeheissen: Es wurde bemängelt, dass die für die Realisierung des Vorhabens nötigen Anpassungen an den Bauvorschriften nicht allein im Sondernutzungsplan vorgenommen werden dürfen. Vielmehr seien dazu auch die Regelbauvorschriften im Zonenplan und im Baureglement anzupassen.

Bevor der Gemeinderat die notwendige Anpassung der Regelbauvorschriften im Zonenplan und im Baureglement vornimmt, möchte er die Meinung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger kennen. Denn die Anpassung kommt nur im Gebiet Geren und nur für die Erstellung des Holzverarbeitungsbetriebs zur Anwendung. Deshalb unterbreitet er der Stimmbürgerschaft am 17. November im Rahmen einer Grundsatzabstimmung zwei Fragen: Ob das Gebiet Geren im Rahmen der Ortsplanungsrevision in die Arbeitszone A18.5 oder in die Arbeitszone A15 überführt werden soll.

Die Zone A18.5 erlaubt eine maximale Gebäudehöhe von 18,5 Metern und ist für die Ansiedlung der GEAG notwendig. Die Zone A15 hingegen belässt die Maximalhöhe auf den bereits bisher erlaubten 15 Metern. Die maximale Länge eines Baukörpers wird im Einzelfall über die Sondernutzungsvorschriften geregelt.

Ortsplanung nicht auf das Gebiet Geren reduzieren

Die Annahme der eidgenössischen Raumplanungsinitiative vom 3. März 2013 verpflichtet alle Kantone und Gemeinden, ihre Regelwerke an das revidierte Raumplanungsgesetz anzupassen. Konkret bedeutet das für die Gemeinde Niederhelfenschwil, die gesamte Ortsplanung zu überarbeiten, und für die Bürgerschaft, dass es sich um ein umfassendes Regelwerk mit einer Verbindlichkeit für 15 bis 20 Jahre handelt, das die drei Dörfer Lenggenwil, Zuckenriet und Niederhelfenschwil gleichermassen betrifft.

Um zu verhindern, dass die Revision der Ortsplanung vom Souverän auf die verhältnismässig bescheidene Arbeitsplatzzone Geren reduziert wird, möchte der Gemeinderat Klarheit und Rechtssicherheit schaffen.

Ein Ja ist noch keine Baubewilligung

Das bedeutet: Lehnen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Arbeitsplatzzone A18.5 ab, dürfte der Neubau der Eisenring AG vom Tisch sein. Bei einer Zustimmung hingegen wäre die Grundlage für eine Ansiedlung geschaffen. Dieses Ja bedeutet aber noch keineswegs grünes Licht für den Neubau. Zwei gewichtige Hürden stehen noch bevor: zuerst die Annahme der gesamten Ortsplanung, danach der Weg zur Baubewilligung. Insbesondere das Baubewilligungsverfahren ist nicht zu unterschätzen. Die öffentliche Auflage des Baugesuchs ist mit Rechtsmitteln versehen. Einsprachen können Verzögerungen von mehreren Monaten bis zu einigen Jahren zur Folge haben.

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