Knapp an den Medaillen vorbei

An der Hallenradsport-Weltmeisterschaft im japanischen Kagoshima schnupperten gleich mehrere Uzwiler Kunstradfahrer an einer Medaille – verpassten sie aber. Trotzdem werden die Auftritte in guter Erinnerung bleiben.

Benjamin Jost
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KUNSTRAD. Gross waren die Erwartungen, als die Schweizer Delegation am Samstag der vorletzten Woche die lange Reise ins ferne Japan antrat, um an der Hallenradsport-Weltmeisterschaft in Kagoshima teilzunehmen. Nachdem die Sportler sich langsam an das schwül-heisse Klima und vor allem die grosse Zeitverschiebung von acht Stunden gewöhnt hatten, begannen das Training und die Vorbereitungen auf den Wettkampf. Fleissig wurde in der Einfahrhalle geübt, und auch auf der Wettkampffläche durften sich die Sportler für einige Minuten mit der Lokalität, dem Boden und der Beleuchtung vertraut machen.

Die Wettkämpfe dauerten vom vergangenen Freitag bis Sonntag. Wie es bei einer Hallenradsport-Weltmeisterschaft üblich ist, wechselten sich Kunstrad-Darbietungen und Radball-Spiele regelmässig ab. Da am Freitag nur die Schweizer Radballer ihr erstes Spiel zu bestreiten hatten, mussten sich die Uzwiler Kunstradfahrer noch einen Tag gedulden, um ihre Kür zu präsentieren.

Steigerung im Final

Als Erstes war das Damen-Zweier mit Marina Sommer und Fabienne Hammerschmidt an der Reihe. Zahlreiche japanische Schulkinder jubelten den beiden Schweizerinnen zu, als sie die Fahrfläche betraten; nicht umsonst, denn die zwei jungen Frauen überzeugten mit einer ebenso schönen wie sicheren Kür, konnten sich gegen die Schweizer Konkurrenz aus Pfungen durchsetzen und sicherten sich einen Platz in der Finalrunde der besten vier Paare.

Im Finaldurchgang konnten sich die beiden jungen Frauen erneut steigern und zeigten eine Leistung, die nur knapp unter ihrer persönlichen Bestleistung lag. Dennoch reichte ihre Punktezahl nicht aus, um die tschechischen und deutschen Gegnerinnen zu übertrumpfen, und sie beendeten den Wettkampf auf dem vierten Rang.

Die Tatsache, dass sie die Bronzemedaille den tschechischen Kontrahentinnen eines äusserst geringen Punkte-Unterschieds wegen überlassen mussten, schmälerte ihre Freude über das Resultat nur geringfügig. Da dies ihre erste gemeinsame Saison ist, waren sich beide im Klaren gewesen, dass es nicht einfach werden würde, gegen die jahrelang aufeinander eingespielte Konkurrenz zu bestehen. Dennoch gelang es den beiden, bei derselbigen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Burris souveräner Auftritt

Am Samstagnachmittag startete Lukas Burri in der Kategorie der Einer-Herren. Auch er konnte mit einer fehlerfreien Kür seinen Schweizer Konkurrenten und Teamkameraden Mario Augsburger auf Distanz halten. Obwohl Burri für seine an Indifferenz grenzende Lockerheit bei der Vorbereitung – selbst für einen solch wichtigen Wettkampf – bekannt ist, gelang es ihm doch, sein Programm mit grosser Eleganz und Souveränität zu Ende zu bringen. Er klassierte sich auf dem fünften Rang hinter Sportlern aus Tschechien, Macao China und Deutschland.

Schweizer Rekord aufgestellt

Angela Nägele startete am Sonntag in der Konkurrenz der Einer-Damen. Mit einer guten Darbietung und einem neuen Schweizer Rekord ergatterte sich die Oberbürerin einen Platz im Final der besten vier. Doch ihr Glück hielt dort nicht lange an, und nach der zweiten, nicht ganz fehlerfreien Kür musste auch sie der Konkurrenz aus Tschechien die Bronzemedaille überlassen. Ähnlich dem Zweier Sommer/Hammerschmidt verpasste Nägele den Podestplatz nur knapp. Nichtsdestotrotz liess sie es sich nicht nehmen, lautstark beim Radball-Final zwischen der Schweiz und Österreich mitzujubeln.

Rückblickend traten die Uzwiler Kunstradfahrer ihre Heimreise mit einem guten Gefühl und einer Prise Stolz an, hatten sie doch alle eine tadellose Leistung erbracht und selbst unter grossem Druck mit einwandfreien Darbietungen überzeugen können.