Klostermauer bekommt neues Dach

MAGDENAU. Grau und schwer hängen die Wolken zwischen den Hügeln, als wollten sie sich an der Turmspitze der Klosterkirche abstützen. Ab und zu fällt Regen, der aufgeweichte Boden kann ihn kaum mehr schlucken.

Merken
Drucken
Teilen
Seite an Seite arbeiten die Jugendlichen und verpassen der alten Mauer ein neues Dach. (Bild: mst)

Seite an Seite arbeiten die Jugendlichen und verpassen der alten Mauer ein neues Dach. (Bild: mst)

Magdenau. Grau und schwer hängen die Wolken zwischen den Hügeln, als wollten sie sich an der Turmspitze der Klosterkirche abstützen. Ab und zu fällt Regen, der aufgeweichte Boden kann ihn kaum mehr schlucken.

Die Klostermauer ist in ein Gerüst gekleidet, die Lernenden des Polybaus Uzwil haben es einige Tage zuvor aufgestellt. Auf dem Gerüst sind Jugendliche und Mitglieder des Kiwanis Clubs Gossau-Flawil Seite an Seite damit beschäftigt, eine neue Mauerabdeckung anzubringen.

Hand in Hand arbeiten

Niklaus Loser vom Kiwanis Club erklärt: «Unsere Zielsetzung ist es, etwas für Kinder und Jugendliche zu machen. Diesmal ist es etwas anders. Wir machen etwas mit den Jugendlichen zusammen.» Die Jugendlichen, die zusammen mit den Kiwanis-Mitgliedern auf dem Gerüst Eimer schleppen, Ziegel stapeln und Maurerkellen schwingen, sind Schüler der dritten Oberstufe Degersheim. Vier Tage lang sind sie damit beschäftigt, ein etwa 50 Meter langes Stück der 300 Jahre alten Klostermauer neu zu überdecken. «Die alten Schindeln und die Holzlattung waren verfault», erläutert Niklaus Loser. So sei Wasser in das Mauerwerk eingedrungen und habe zu Frostschäden geführt. Die Jugendlichen und die Erwachsenen haben die alten Schindeln entfernt und die Holzlattung beseitigt. «Danach konnte neu verschalt, betoniert und eine dreilagige Ziegelschicht angebracht werden.»

Freunde bei den Kiwanis

Die Initiative für das Projekt entstand aus dem Kiwanis Club und dem Freundeskreis des Klosters Magdenau. Das Verbindungsglied zwischen den beiden Gruppen ist Niklaus Loser: Er ist sowohl Mitglied bei den Kiwanis als auch im Vorstand des Freundeskreises des Klosters.

Gemeinsam anpacken

Bis zum Samstag soll die Arbeit beendet sein, dann gibt es noch ein paar Feinheiten anzupassen, doch die Hauptarbeiten seien gemacht, meint Niklaus Loser.

Die Jugendlichen auf dem Gerüst scherzen, arbeiten, stemmen gemeinsam schwere Kessel mit Mörtel in die Höhe und spritzen mit einem Schlauch die Ziegel ab.

Die Stimmung ist gut und locker. Es geht den Sommerferien entgegen und die jungen Leute befinden sich im Endspurt der obligatorischen Schulzeit. Und eines zeigen sie bei diesem Projekt jetzt schon: Sie wissen, wie man anpackt.

Monique Stäger