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Klimatipps für Wiler Bürger

Das Stadtparlament hat am Donnerstag den Klimanotstand erklärt. Mit fünf einfachen Massnahmen können die Einwohner der Stadt sofort einen aktiven Beitrag zur Senkung der schädlichen Treibhausgase leisten.
Hans Suter, Lara Wüest, Dinah Hauser
Wer jeden zweiten Tag auf Fleisch verzichtet, schont die Umwelt und lebt erst noch gesünder. (Bild: Getty)

Wer jeden zweiten Tag auf Fleisch verzichtet, schont die Umwelt und lebt erst noch gesünder. (Bild: Getty)

Das Wort Klimawandel ist zwar in aller Munde. Nach wie vor aber fehlt die Einsicht, dass die Ursache grösstenteils beim Menschen zu finden ist. Doch um was geht es beim Klimawandel? Mojib Latif, einer der renommiertesten Klimaforscher Deutschlands, erklärte es in einem Interview mit dem WWF so: «Unsere Lufthülle ist wie eine Decke, die uns wärmt. Das nennen wir den Treibhauseffekt. Wenn wir nun durch unsere Aktivitäten, wie zum Beispiel durch Verbrennen von Kohle, immer mehr Klimagase in die Atmosphäre entlassen, dann wird die Decke immer dicker. Somit wird es immer wärmer. Das hat weitreichende Konsequenzen, wie eben mehr Wetterextreme oder der Anstieg des Meeresspiegels.»

Durch die Reduktion der von Menschen verursachten Treibhausgase (siehe Infografik) soll die Klimaerwärmung eingedämmt werden. Das gelingt aber nur, wenn sich möglichst alle an diesem Prozess beteiligen. Dazu muss man kein Experte sein. Fünf einfach umsetzbare Massnahmen helfen, ab sofort einen aktiven Beitrag für ein besseres Klima zu leisten.

1. Bei jeder zweiten Fahrt auf das Auto verzichten

Der motorisierte Individualverkehr (MIV) zählt zu den grössten Klimakillern. Dieses Problem lässt sich aber mit einer Verhaltensänderung schnell und wirksam beeinflussen. Wer jedes zweite Mal auf das Auto verzichtet und zu Fuss geht, das Velo nimmt oder den ÖV benutzt, reduziert seinen Co2-Ausstoss in diesem Bereich um bis zu 50 Prozent. Wer in der Stadt wohnt und dank ÖV und Organisationen wie Mobility sogar ganz auf ein eigenes Auto verzichtet, kommt noch weit höher. Pro Liter Benzin verursacht ein Auto etwa 2,5 Kilo Kohlendioxid, pro Liter Diesel rund 3,1 Kilo.

2. Nur jeden zweiten Tag Fleisch essen

Auch die Auswirkungen der Ernährung auf das Klima sind beträchtlich. Die Herstellung von tierischen Produkten wie Fleisch, Eier und Käse zum Beispiel verursacht viel mehr Treibhausgase als diejenige von Früchten und Gemüse. Der Grund: Futtermittel bestehen vor allem aus Soja. Damit man diesen anbauen kann, müssen Urwälder gerodet und Ökosysteme zerstört werden. Das führt zu einem vermehrten Ausstoss von CO2. Die Rinderhaltung verursacht zudem viel Methan und Lachgas. Man muss sich jedoch nicht vegan ernähren, um etwas für das Klima zu tun. Bereits weniger Fleisch zu essen wirkt sich positiv aus. Viel bewirken kann, wer jeden zweiten Tag auf Fleisch verzichtet.

3. Kühlschränke mit Energielabels kaufen

Auch beim Wohnen bieten sich viele Möglichkeiten zum Verhindern von schädlichen Treibhausgasen. Zum Beispiel der Bezug von Strom und Wärme aus klimaschonenden Energiequellen. Heute lässt es sich fast gänzlich klimaneutral wohnen: Der Mieter oder Käufer sucht sich ein Gebäude, welches gute Grundbedingungen schafft, also an alter­native Energiequellen angeschlossen ist. Zum Beispiel könnte auf dem Dach eine Solaranlage installiert sein.

Bei Anschaffungen sollte man sich immer zuerst die Frage stellen, ob man das Gewünschte auch tatsächlich braucht. Bei Elektrogeräten ist auf die Energieeffizienz zu achten. Viele Fernseher oder Kühlschränke haben ein entsprechendes Label. Ladegeräte oder Fernseher und Computer im Stand-By-Modus benötigen ebenfalls Strom. Daher: Kabel ausstecken oder Steckleiste ausschalten. Beim Wasserverbrauch fällt vor allem die tägliche Hygiene ins Gewicht. Ein Vollbad braucht etwa 120 Liter Wasser, eine fünfminütige Dusche zirka 60 Liter. Dafür kann auch ein wassersparender Duschkopf eingesetzt werden. Alternativ kann man es den Japanern gleichtun und nacheinander in die gefüllte Wanne steigen. So wird das Wasser mehrmals verwendet.

4. Nachhaltige Produkte erwerben

Auch weite Transportwege schaden dem Klima. Deshalb sollte man beim Lebensmittelkauf auf regionale Produkte setzen. Eine Bio-Gurke aus Spanien belastet die Umwelt mehr als eine Nicht-Bio Gurke vom Bauern in der Umgebung. Beim Kleidershoppen kann man das Klima ebenfalls schonen, indem man zum Beispiel Kleider von guter Qualität kauft, die länger halten. Oder indem man seine Schuhe zum Schuhmacher bringt, anstatt neue zu erwerben.

5. Flugreisen sollten etwas Besonderes sein

Als das Fliegen aufkam, da musste der Angestellte lange sparen, um abzuheben. Heute ist es für fast alle erschwinglich. Doch ein Flug nach Goa belastet das Klima mit 2,5 Tonnen CO2, wie WWF-Sprecher Philip Gehri vor ein paar Monaten zu dieser Zeitung sagte. Das wäre das Äquivalent zu mehr als einem Jahr Autofahren und zugleich das Haus mit Erdöl heizen. Wer das Klima schonen möchte, reist – vor allem auf kürzere Strecken – mit dem Zug oder bildet eine Fahrgemeinschaft. Ein Interkontinentalflug sollte gut überlegt und etwas Besonderes sein und bleiben.

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