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Kleinklassen leisten Integrationsarbeit

«Dies trifft eine Familie sehr», Ausgabe vom 8. April
René Walcher, Wil

Wenn der Intelligenzquotient eines Kindes unter 75 liegt, wird eine Beschulung im öffentlichen Schulsystem einer Gemeinde schwierig. Dann wird der Übertritt in eine externe heilpädagogische Schule erwogen. Bei einem IQ von unter 75 spricht man von einer leichten geistigen Behinderung, und ungefähr 5 Prozent aller Kinder fallen in diese Kategorie. In Wil werden momentan 3 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Sonderschulen beschult. Diese Quote ist eher moderat. Dass nicht mehr Kinder in externe Sonderschulen geschickt werden, dürfte unter anderem dem Umstand zu verdanken sein, dass Wil noch eine stattliche Anzahl Kleinklassen führt. In ihnen werden im Normalfall etwa 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit einem IQ zwischen circa 70 und 85 beschult. Kinder mit einem IQ zwischen 70 und 75 werden dabei als Grenzfälle betrachtet, die sozusagen in die Kleinklassen integriert werden. Fallen diese Klassen zukünftig ganz weg, ist zu befürchten, dass bis zu 5 Prozent der Kinder in externe Sonderschulen eingewiesen werden müssen.

Eines zeigt die internationale Forschung nämlich klar auf: Schülerinnen und Schüler mit einem IQ zwischen 70 und 75 sind in inklusiven Settings kaum mehr sinnvoll zu beschulen und werden in der Regel an die noch bestehenden Kleinklassen oder eben externe Sonderschulen weitergereicht. An dieser Problematik werden weder ein Ausbau der Schulsozialarbeit, Förderprogramme im Vorschulalter oder weitere Ausbildungen der Lehrpersonen im Umgang mit Heterogenität grundsätzlich etwas ändern können. Darum sollten wir die Kleinklassen in Wil keineswegs abschaffen, sondern im Gegenteil die bereits geschlossenen wieder eröffnen. Ansonsten werden wir einerseits mehr Kinder in externe Schulen schicken müssen und andererseits in den Regelklassen ein alle überforderndes Durcheinander kreieren, und das würde im End­effekt niemandem helfen.

René Walcher, Wil

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