Kleine Piraten im Internat

Was dabei herauskommt, wenn ein berüchtigter Pirat seine Sprösslinge auf ein Edel-Internat schickt, zeigten die Unterstufenschüler der Primarschule Niederwil in einem spannenden Musical mit fetzigen Songs.

Beatrice Oesch
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niederwil. Am Donnerstag zeigten die drei Unterstufen-Klassen der Primarschule Niederwil in einem abenteuerlichen Musical von Andrew Bond, was passiert, wenn ein schrecklicher Piratenkapitän seine Sprösslinge ins Edel-Internat schickt, um ihre Zukunftsaussichten zu verbessern. Das Musical «Ein Pirat im Internat» erwies sich als ein solcher Publikumsmagnet für Eltern und Angehörige, dass Schulabwart Paul Frei reihenweise weitere Stühle organisieren musste, und schliesslich liessen sich über 250 Zuschauerinnen und Zuschauer für eine vergnügliche Stunde in die Piratenwelt entführen. Dabei zeigten die 65 Kinder eindrücklich, was sie draufhaben – sowohl in Sachen Bühnenpräsenz, Mut zum Soloauftritt und auch dem herzerfrischenden mitreissenden Gesang der fetzigen Lieder rissen sie das Publikum richtig mit und erhielten am Schluss einen so langen rhythmischen Applaus aus dem Saal, dass sie als Zugabe einen Song wiederholten.

Vom Piratenschiff in die Schule

In liebevoll und aufwendig gebastelten Kulissen macht Piratenkapitän Bombastus McSäbel mit seiner grossen Familie die Weltmeere unsicher, und sein berüchtigtes «Hohoho-hahaha» ist weitherum gefürchtet. Leider laufen die Geschäfte schlecht, denn die Leute reisen vermehrt mit dem Flugzeug, und die wenigen, die per Schiff unterwegs sind, haben kein Gold und keine Juwelen dabei, sondern Kreditkarten. Deshalb schickt McSäbel seine Kinder Per und Renate samt Papagei ins Edel-Internat Protzberg, um ihre Zukunftsaussichten zu verbessern. Dort ecken die beiden anfangs an – sie kennen weder Regeln noch Manieren, und alles, was ihnen Spass macht, ist strengstens verboten und so sorgen sie für Wirbel. Doch bald erringen sie die Achtung ihrer Mitschüler, denn sie können herrliche Piratengeschichten erzählen. Nach dem Schulabschluss gründen sie eine Firma: Mit McSäbel-Tours gehen sie mit ihren Passagieren auf abenteuerliche Schiffsreisen mit Erzählrunden und wackerem Gefluche.

Mit Freude mitgemacht

Die Unterstufen-Kinder hatten nach Auffahrt mit dem Einüben der Lieder begonnen, wie Sandra Breitenmoser, Lehrerin der Zweitklässler, nach der Aufführung gegenüber der Wiler Zeitung erzählte. Sie dirigierte die Songs und half manchmal mit Soufflieren aus; David Nef, der die Drittklässler unterrichtet, begleitete am Piano, und Anita Schiess, Lehrerin der 1. Klasse, hatte hinter den Kulissen alles im Griff. «Auf die Leistung der Kinder bin ich sehr stolz», meinte Sandra Breitenmoser und fügte hinzu: «Es war schön, mit wie viel Freude und Einsatz sie mitgemacht haben.» Die fünfjährige Lara hatte das Musical von der ersten Reihe aus gespannt verfolgt und sagte mit strahlenden Augen: «Ich fand alles sehr gut, aber am besten gefielen mir die Lieder.»