Kleine Piraten entern Spielplatz

WIL. Mit Kopftuch und Totenkopf-Augenklappe weihte Stadtrat Marcus Zunzer gestern morgen die neue Spielanlage beim Bergholz ein. Das Schiff trägt den Namen der Kinder, die bei der Planung mitgewirkt haben: «Matpira».

Philipp Haag
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Die Kinder aus dem Mattschulhaus nehmen die Piratenburg auf dem neuen Spielplatz Bergholz in Beschlag. (Bild: Philipp Haag)

Die Kinder aus dem Mattschulhaus nehmen die Piratenburg auf dem neuen Spielplatz Bergholz in Beschlag. (Bild: Philipp Haag)

«Piraten, wo seid ihr?» «Hier!», schallt es Max Forster aus Dutzenden von jungen Kehlen vom etwas windschief stehenden Kletterturm entgegen. Die Kinder hatten das hölzerne Klettergerüst auf dem neuen Spielplatz beim Bergholz geentert, kaum hatte der Leiter Betriebe und Entsorgung der Stadt Wil gestern morgen bei der Einweihungsfeier mit Znüni das Mikrophon ergriffen.

Die grösseren Kinder, alle mit einer Totenkopf-Augenklappe, hangeln und balancieren auf der mit einer Hängebrücke versehenen Piratenburg, die kleineren wühlen im See aus Sand beim Piratenschiff. Die Kinder des Mattschulhauses, eine fünfte Klasse sowie eine Klasse mit Schülerinnen und Schülern von der vierten bis zur sechsten Klasse, waren bei der Planung des Spielplatzes involviert. Innerhalb des Aktionsplans «Kinderfreundliche Stadt» konnten die Kinder im Rahmen eines partizipativen Prozesses Ideen und Anregungen zur Ausgestaltung der Anlage sowie zu den Geräten einbringen, welche ein Planungsbüro schliesslich zu einem Projekt zusammenführte. Das Ergebnis: Der Piratenspielplatz mit einem Kletterturm, einem Holzschiff mit Sandkasten, einer Seilbahn, einer Schaukel und einem Trampolin in einer kleinen Hügellandschaft.

Ein hoher Stellenwert

Nicht nur die kleinen Seeräuber haben Spass an ihrem neuen Tummelplatz, auch der Oberpirat, der mit Kopftuch und Augenklappe auftretende Stadtrat Marcus Zunzer, freut sich über die neue Spielanlage neben der Fussballarena. Wegen des Neubaus musste der ehemalige, 40 Jahre alte Spielplatz im Sommer 2012 abgerissen werden. «Dem Stadtrat war aber bewusst, welch hoher Stellenwert der Spielplatz für das Südquartier hat», sagte Zunzer. Deshalb, und auch aufgrund von Wünschen von Eltern aus dem Stadtteil, entschied sich der Stadtrat für das Bergholz als Quartierspielplatz und somit gegen den Spielplatz beim Mattschulhaus, welcher ebenfalls zur Diskussion stand. Zunzer erwähnte noch, dass die genehmigten 330 000 Franken eingehalten werden können.

Kinder aus Mattschulhaus

Dass die Kinder sich mit dem von ihnen mitgestalteten Spielplatz identifizieren, zeigte sich bereits an ihrer Freude gestern morgen. Die kleinen Piraten aus dem Mattschulhaus sind gar auf der Spielanlage verewigt. Das Piratenschiff trägt den Namen «Matpira 2015».