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Klarinette – zu wenig sexy?

Seit Februar ist Michael Müller Dirigent der Harmoniemusik Flawil (HMF). Am Samstag findet sein erstes Konzert in Flawil statt. Er spricht über seine Arbeit, was ihm wichtig ist und was sich ändern sollte.
Zita Meienhofer
Beim Parademusik-Wettbewerb am Kreismusiktag 2018 in Uzwil spielte die HMF auswendig. Dirigent Michael Müller ist überzeugt, dass sich das Korps ohne Noten besser präsentiert.(Bild: Zita Meienhofer, 16. Juni 2018)

Beim Parademusik-Wettbewerb am Kreismusiktag 2018 in Uzwil spielte die HMF auswendig. Dirigent Michael Müller ist überzeugt, dass sich das Korps ohne Noten besser präsentiert.(Bild: Zita Meienhofer, 16. Juni 2018)

Erstens kommt es anders, zweitens, als man denkt. Diese Redensart passt gut zu Michael Müller und seinem Engagement bei der Harmoniemusik Flawil. Nachdem er Ende des vergangenen Jahres als Dirigent der Musikgesellschaft Bazenheid gekündigt hatte, wollte er eine schöpferische Pause einlegen, Zeit mit seiner Tochter geniessen, die zu jenem Zeitpunkt zur Welt gekommen ist. Doch dann kam die Anfrage aus Flawil: Die HMF wollte ihn als Dirigent verpflichten. «Es hat gepasst und ich sagte zu», erklärt Michael Müller seine Entscheidung. Im Korps habe es sehr viele junge Mitglieder und die Älteren seien gut integriert, sagt Müller. Ihm gefällt es, dass die 48 Mitglieder durchaus motiviert an die Proben kommen.

Er verschweigt jedoch nicht, dass er auch in Flawil mit den ähnlichen Herausforderungen kämpft wie in den anderen Vereinen: «Klar, es könnte mehr geübt werden, die Proben könnten noch konzentrierter verlaufen». Die Besetzung sei ziemlich ausgewogen und bei den Klarinetten dürfte sich eine Lösung abzeichnen, ergänzt er. Der Harmoniemusik Flawil ergeht es wie vielen anderen Musikvereinen mit Harmoniebesetzung: Es fehlen die Klarinetten. Weshalb? Michael Müller weiss es nicht. «Das Instrument liegt vielleicht nicht im Trend, ist zu wenig sexy», sagt er. Zurzeit spielen sieben Musikantinnen und Musikanten Klarinette. Ideal wären 12 bis 15, wobei Müller bereits mit neun zufrieden wäre.

Publikum verlangt nach Konzert mit Geschichte

Am Samstag steht sein erster grosser Auftritt – nach den Kreismusiktagen in Degersheim und Uzwil – mit der Unterhaltung an. Michael Müller hat seine Ideen eingebracht, ihm war es wichtig, dass mit der Stückwahl ein breites Publikum angesprochen wird. Darum herum wurde eine Geschichte gewoben. Gemäss Müller funktioniert ein reines Konzert nicht, denn das Publikum will mit einer Geschichte unterhalten werden. «S’Heidi vo Weggis – e überraschendi Reis dur d’Schwiiz» heisst sie nun, die Geschichte, die die Harmoniemusik gemeinsam mit ihrem Nachwuchs, den Youngsters, musikalisch erzählen wird. Mit einer Ausnahme sind die Stücke von Schweizer Komponisten geschrieben oder beinhalten im Titel eine Schweizer Eigenheit. Gefordert sind nicht nur Regie und Schauspieler, die aus dem Umfeld des Vereins rekrutiert wurden, gefordert sind vor allem die Solisten, denn in diesem Jahr kann auf gewisse Soli nicht zu verzichtet werden.

Als Dirigent der Ausführende sein

Seine Rolle als Dirigent sieht Michael Müller als der Ausführende. «Die HMF sagt, wo es langgeht», so Müller. Er ist jedoch überzeugt, dass mit dem Potenzial des Vereins tolle Sachen für das Publikum erarbeitet werden können. Neben dem Pflichtprogramm sollen spannende Auftritte, die mit einem Ereignis verbunden sind, nicht zu kurz kommen. Worauf Michael Müller besonderen Wert legt, ist die Parademusik. Er verlangt, dass auf der Strasse auswendig gespielt wird, denn er ist überzeugt, dass ohne Noten schöner marschiert wird und sich das Korps besser präsentiert. An den diesjährigen Kreismusiktagen in Degersheim und Uzwil war dies bereits der Fall. Ein weiteres Anliegen ist Michael Müller die Tatsache, dass die Proben für die Parademusik wie diesen Frühsommer an der Magdenauerstrasse absolviert werden und nicht auf einem Industrieparkplatz. «Wir müssen vermehrt raus, ich möchte, dass die HMF in Flawil wahrgenommen wird», erklärt Michael Müller.

Hinweis
Die Unterhaltung der Harmoniemusik findet am Samstag, 17. November, um 14 und 20 Uhr im Lindensaal Flawil statt. Informationen unter www.harmoniemusik-flawil.ch.

Michael Müller

Seine ersten musikalischen Schritte machte Michael Müller in der Jugendmusik Kreuzlingen. Dort spielte er Querflöte und Piccolo. Im Militär gehörte er dem Spiel an und absolvierte die Ausbildung zum Dirigenten. Später leitete er die Knabenmusik Herisau, die Bürgermusik Herisau, die Bürgermusik Mörschwil, die Stadtmusik Gossau und von 2013 bis Anfang Jahr die Musikgesellschaft Bazenheid. Dazwischen folgten mehrere Auslandaufenthalte. Michael Müller wohnt in Winterthur, ist verheiratet und Vater einer Tochter. Beruflich ist er als Coach und Trainer im eigenen Unternehmen tätig. (zi)

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