Klares Ja nach kritischen Tönen: Region Wil als Wirtschaftsstandort fördern

Die Region Wil erhält eine professionelle Standort- und Wirtschaftsorganisation. Dafür wird in Kauf genommen, dass der Verein Regio Wil in den nächsten drei Jahren rote Zahlen schreibt.

Hans Suter
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Die Region Wil soll in Zukunft weit über die Region hinaus als attraktiver Wirtschaftsstandort wahrgenommen werden. (Bild: PD)

Die Region Wil soll in Zukunft weit über die Region hinaus als attraktiver Wirtschaftsstandort wahrgenommen werden. (Bild: PD)

«Wir empfinden die Arbeits- und Lebensqualität in unserer Region als hoch», sagte Roman Habrik am Donnerstagabend in Kirchberg vor den Delegierten der Regio Wil. Der Präsident der Fachgruppe Wirtschaft der Regio Wil gab aber zu bedenken, dass dies nicht ausreiche. Aussenstehenden käme es heute kaum in den Sinn, von sich aus hierherzuziehen. Dazu sei die Region schlicht zu wenig bekannt, obwohl sie viele Vorteile biete wie ideale Lage, solide Berufsleute, hohe Wohnqualität, Flächenpotenzial als Gewerbe- und Industriestandort, gute Unternehmen und ein breiter Branchenmix. Als Nachteil räumte Habrik das Fehlen einer regionalen Wirtschaftsidentifikation ein. Diesen Mangel will die Regio Wil nun beheben, indem sie den Delegierten die Anschubfinanzierung zur Realisierung einer Standort- und Wirtschaftsförderung verschlug.

Vereinsvermögen wird gänzlich investiert

Der neue Verein soll 2019 gegründet werden und die bisherige Fachgruppe Wirtschaft der Regio Wil ersetzen. Er soll einen eigenen Namen und eine eigenständige Führung erhalten; die Stellenausschreibung erfolgt demnächst. Das alles hat aber seinen Preis: 280000 Franken Anschubfinanzierung und 75000 Franken Betriebsbeitrag pro Jahr. Dazu soll das Vereinsvermögen eingesetzt werden. Damit können die ersten beiden Jahre grösstenteils abgedeckt werden. In dieser Zeit müsse es gelingen, den jährlichen Betriebsbeitrag der Regio Wil auf einen Anteil von zwei Franken pro Einwohner (aus dem Mitgliederbeitrag der Gemeinden an die Regio Wil) zu reduzieren. Um das zu erreichen, soll bis zum Jahr 2021 die Hälfte der Kosten des neuen Vereins von der Wirtschaft getragen werden.

Zweifel am Vorgehen geäussert

Corner Egger, Gemeindepräsident von Oberuzwil, steht dem Ansinnen kritisch gegenüber. «Ich bin nicht sicher, ob das der richtige Weg ist», sagte er. Er empfindet die Vorlage als wenig ausgegoren und mehr als ein Fass ohne Boden als eine einzigartige Chance. Seinem Votum folgte eine lebhafte Diskussion. Die meisten Wortmeldungen fielen indes zu Gunsten des neuen Vereins aus. «Es geht nun darum, alle guten Kräfte zu bündeln», versuchte Regio-Wil-Präsident Guido Grütter die Diskussion zu beruhigen. Schliesslich wurde der Anschubfinanzierung bis auf je zwei Gegenstimmen und Enthaltungen zugestimmt.