Klares Bekenntnis zum Sparkurs

Die Stimmberechtigten haben der Hallenbad-Initiative eine deutliche Abfuhr erteilt. Das Ergebnis ist eine Ohrfeige an die Adresse der Initianten, eine Klatsche, die schmerzt.

Andrea Häusler
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Die Stimmberechtigten haben der Hallenbad-Initiative eine deutliche Abfuhr erteilt. Das Ergebnis ist eine Ohrfeige an die Adresse der Initianten, eine Klatsche, die schmerzt. Umso mehr, als sich das Komitee mit Herzblut engagiert und bis zuletzt versucht hatte, mit der Bedeutung des Schwimmbads für die Gesundheit, die Familien und Senioren zu überzeugen.

Umsonst. Einer überwältigenden Mehrheit sind mittelfristig gesunde Finanzen und ein erträglicher Steuerfuss wichtiger als der defizitäre Betrieb eines sanierungsbedürftigen Hallenbads. Die Bürgerschaft will die Schliessung und den Verkauf der Liegenschaft. Dies hat sie an der Bürgerversammlung vom September 2013 entschieden und nun an der Urne bestätigt. Damit bekennt sie sich gleichzeitig zur Sparpolitik des Gemeinderats. Ein Statement, das für dessen Arbeit massgeblich ist. Die Behörde hat nun das Vertrauen zu rechtfertigen, tut aber gut daran, auch die im Abstimmungskampf betonten Anliegen der Familien und Betagten ernst zu nehmen. Gewiss, Degersheim muss sparen, das Wünschbare hinter das Notwendige stellen; darf dabei aber nicht wegsparen, was die Gemeinde als Wohn- und Arbeitsort lebenswert macht. Ein Balanceakt, eine Gratwanderung, die Bürger und Behörden weiterhin gleichermassen fordern wird.

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch