Klänge aus allen Sparten

Der grosse Erfolg der Jugendmusik Uzwil am Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen setzte sich auch am Jahreskonzert fort. Das quantitativ und qualitativ starke Orchester begeisterte in allen Musiksparten.

Erwin Schönenberger
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Die Jugendmusik Uzwil zeigte im vollen Gemeindesaal ihr Können und begeisterten damit ihr Publikum. (Bild: es.)

Die Jugendmusik Uzwil zeigte im vollen Gemeindesaal ihr Können und begeisterten damit ihr Publikum. (Bild: es.)

UZWIL. «Grösse bringt auch Probleme mit sich», erklärte Jugendmusik-Präsident Heinz Erismann während des Konzerts. Grösse heisst bei der Jugendmusik Uzwil, über 60 Musikantinnen und Musikanten, die die Bühne des Gemeindesaals füllen. Grösse heisst aber auch, dass der Saal am Samstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Musik, die unter die Haut geht

Das musikalische Programm enthielt alles, was man von einem grossen Blasorchester hören möchte, anspruchsvolle Kompositionen und Arrangements ebenso wie unterhaltende Stücke. Unter der Leitung von Dominik Wirth musizierten die Jugendlichen mit viel Engagement und Konzentration und überzeugten restlos in Rhythmik und Dynamik. Unter die Haut ging dabei vor allem die Interpretation von «Pilatus – Mountain of Dragon» von Steven Reinecke mit den mystischen Klangpartien, die den Kampf mit dem Drachen musikalisch darstellten. Dass das Perkussionsregister neben Rhythmus auch Melodien spielen kann, bewiesen die Schlagzeuger unter der Leitung von Thomas Schnelli im «March for Percussion».

Gespannt war man, wie die Jugendlichen zwei eindrückliche Melodien aus Verdis «Ernani» und «Il Trovatore» darbieten würden. Hier zeigte sich, dass Verdis Opernmusik durchaus für Blasorchester geeignet ist, vor allem wenn sie so gefühlvoll arrangiert ist, wie es Franco Cesarini macht. Wohl manch einen Jugendlichen wird seine Begeisterung für Verdis Musik später animieren, einmal im Theater eine Oper zu besuchen und sich dann an den schönen Melodien zu erfreuen, auch wenn die Handlung meist eher belanglos ist. Eine rhythmische Herausforderung war die «Greek Folk Song Suite» von Cesarini mit den Tempowechseln in den bekannten Tänzen. Da ging Dirigent Dominik Wirth mit seinen Musikanten an die Grenzen des Machbaren, und sein Korps bewältigte auch diese Herausforderung mit Bravour.

Hohes bläserisches Niveau

Nach der Pause war es am Nachwuchs, zu zeigen, dass sie auf gutem Weg sind, bald bei der Jugendmusik mitzuspielen. Unter der Leitung von Nicole Stobrawe überzeugte das kleine Korps mit einem ausgeglichenen Klang und grosser Konzentration. Die rund 20 Musikantinnen und Musikanten überzeugten das Publikum so, dass eine Zugabe fällig wurde.

Die Jugendmusik Uzwil wagte es, sich am Eidgenössischen Musikfest 2011 in St. Gallen mit den Erwachsenen zu messen. Die Jugendlichen durften sich dabei über einen guten 4. Rang und viele lobende Worte der Jury freuen. Im zweiten Konzertteil kamen nun auch die Besucher des Konzerts vom Samstag in den Genuss jener Stücke, die in St. Gallen so gut bewertet worden waren. Dass beide Kompositionen von Ostschweizern, nämlich Daniel Zeiter und Gilbert Tinner, stammen, zeigt, dass man auch in der Region Komponisten hat, die auf internationalem Niveau mitmischen können. Natürlich waren nach dem offiziellen Schluss noch zwei Zugaben nötig, bis das Publikum die Jugendlichen entliess.