Kirchgemeinde
Reformiert Degersheim geht ohne Präsident in die neue Legislatur

Die Bürgerschaft der Reformierten Kirchgemeinde Degersheim wählte am Mittwoch 15 Mitarbeitende in die Behörde – davon sechs neue. Das Amt des Kirchenvorsteherschaftspräsidenten jedoch bleibt, nach dem Rücktritt von Urs Meier-Zwingli im Juni, vakant.

Andrea Häusler
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Das Kirchgemeindehaus wie auch das Pfarrhaus sollen saniert werden. Gleichzeitig soll der künftige Raumbedarf abgeklärt werden. Für eine entsprechende Analyse wurde ein Projektierungskredit von 40'000 Franken gesprochen.

Das Kirchgemeindehaus wie auch das Pfarrhaus sollen saniert werden. Gleichzeitig soll der künftige Raumbedarf abgeklärt werden. Für eine entsprechende Analyse wurde ein Projektierungskredit von 40'000 Franken gesprochen.

Bild: Andra Häusler

«Es ist schwieriger geworden», sagte Urs Meier-Zwingli vor den 54 Stimmberechtigten in der reformierten Kirche. Die veranstaltungsarme Coronazeit habe viele Freiwillige dazu veranlasst, sich zurückzuziehen. Die spürbare Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zeige jedoch: «Die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement ist nicht tot.»

Tatsächlich ist es hinsichtlich der Gesamterneuerungswahlen gelungen, sechs Behördenmandate neu zu vergeben. Wenngleich hierfür besondere Anstrengungen nötig waren. Denn für die Suche nach Kandidierenden wurde eine Findungskommission eingesetzt. Nichtsdestotrotz bleiben zwei Ämter vakant: Jenes des Vorsitzenden und das eines GPK-Mitglieds.

Kampfwahl bei den synodalen Delegierten

Neu nehmen Martin Knoepfel aus Wolfertswil und René Nef aus Degersheim Einsitz in die Kirchenvorsteherschaft. Die bisherigen Mitglieder, Ursula von Dach Hehli, Heinz Frischknecht und Patricia Werder wurden bestätigt. Nadine Zwingli Meier ergänzt das GPK-Team von Peter Stalder (Präsident), Margit Aerni und Peter Senn. Nebst Urs Meier-Zwingli vertritt Martin Knoepfel die Kirchgemeinde neu in der Synode. In der Kampfwahl gegen René Nef obsiegte er äusserst knapp – mit 33 gegenüber 32 Stimmen. Auf Meier-Zwingli entfielen 43 Stimmen.

Jörg Danzeisen und Daniel Schätzle (Ersatz) komplettieren als Neue das Kollektiv der Stimmenzähler.

Projektierungskredit «Raumoptimierung» bewilligt

Sowohl das Kirchgemeinde- als auch das Pfarrhaus haben Erneuerungsbedarf – in technischer wie auch in energetischer Hinsicht. Im Hinblick auf die Sanierung der Objekte, aber auch zur Abklärung der künftigen Raumnutzung, soll eine Analyse erstellt werden. Dafür bewilligten die Stimmberechtigten einen Kredit von 40'000 Franken. Ziel ist es, der Bürgerschaft an der nächsten Kirchgemeindeversammlung ein Bauprojekt samt Baukredit vorzulegen.

Anspruchsvolle Finanzlage

Die finanzielle Situation bleibt angespannt. Denn auch in Degersheim sinkt die Zahl der Kirchgemeindemitglieder. 2021 waren 21 Austritte zu verzeichnen. Eintritte gab es keine. Die Zahl der Steuerzahlenden reduzierte sich damit auf 1075, wodurch die Steuereinnahmen auf 488'862 Franken sanken. Das bedeutet ein Minus von 9638 Franken gegenüber dem Budget. Zum Ausgleich der Rechnung mussten Finanzausgleichsbeiträge von 642'845 Franken beansprucht werden.

Für das laufende Jahr sind Ausgleichszahlungen der Kantonalkirche von 705'800 Franken prognostiziert. Die Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung und stimmten dem Budget zu, welches auf einem Steuerfuss von 28 Prozent basiert und mit Aufwänden/Erträgen von 1,39 Mio. Franken rechnet.

Letztlich wurde die Abrechnung der letzten Sanierungsetappe des Kirchenareals zur Kenntnis genommen. Mit 165'144 Franken wurde diese 16'000 Franken unter dem Kredit ausgeführt.