Kirche, so farbig wie die Pfarrei

Die Christkönigspfarrei Niederuzwil feierte gestern ihr 80-Jahr-Jubiläum. Dazu haben Pfarreiangehörige Erinnerungen und Erlebnisse aufgeschrieben.

Cecilia Hess-Lombriser
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Einmal im Jahr, am Christkönigssonntag, wird das ursprüngliche Altarbild ans Licht geholt. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Einmal im Jahr, am Christkönigssonntag, wird das ursprüngliche Altarbild ans Licht geholt. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

NIEDERUZWIL. Das ganze Jahr ist der ursprüngliche «Christkönig», das Altarbild von August Meinrad Bächtiger, unter dem modernen Bild von Karl Fürer verborgen. Am Christkönigsfest wird es jeweils ans Licht geholt. «Man kann keinen höheren Kirchenpatron als Christkönig haben», sagte Klaus Gremminger, Pfarreileiter von Niederuzwil, in seiner Predigt am Festgottesdienst von gestern Sonntag.

Vor fünf Jahren war das 75-Jahr-Jubiläum der Christkönigspfarrei während eines ganzen Jahres gefeiert worden. Zum 80. Geburtstag sollte hör- und spürbar werden, dass Menschen in der Pfarrei beheimatet sind, sich begegnen, miteinander feiern, beten und auch lachen.

Geschichten rund um die Kirche

Die Pfarreiangehörigen waren aufgerufen worden, Erinnerungen in Zusammenhang mit der Kirche zu notieren. Auszüge davon wurden im Gottesdienst eingeflochten. Es gab die Geschichte von Paul Lehmann, dessen Vater am Turmbau beteiligt gewesen war, oder jene von Georg Schmucki, der von einem Kind als «König» erkannt worden war, weil er am Pfarreifest das Messgewand mit goldenen Fäden anhatte. Die Familie Alice und Josef Wick gehört der Pfarrei seit genau 50 Jahren an und erinnert sich an die Taufen, Feiern und Segnungen in der Kirche. Der ehemalige Organist Hans Bischofberger erinnert sich an eine Hochzeitsfeier, bei der die Eheringe partout nicht vom Kissen zu entfernen waren, weil sie so gut mit «Zwirn» angemacht worden waren, und die Ministrantin Jil Wirth erzählte, wie wertvoll es für sie ist, im Chorraum ihren Dienst ausüben zu dürfen.

Farben widerspiegeln Menschen

Edy Züger rollte die Renovation von 1993 auf, als die Kirche so farbig wurde, wie sie sich heute präsentiert. Die Farbigkeit, welche die Pfarrei mit den unterschiedlichen Menschen widerspiegelt, kam auch mit den Geschichten zum Ausdruck. Die vorgelesenen und weitere sind in der Kirche ausgehängt.

Klaus Gremminger betonte, dass der christliche Gottesdienst im Zeichen der Menschlichkeit und Barmherzigkeit stehe. Die Kirchenchöre von Oberuzwil, Niederuzwil und Henau sangen die «Missa in F – Orgelsolomesse» von Anton Diabelli. Es spielten ein Solistenquartett, das Orchester Rondino und Albert Neff an der Orgel. Die Leitung hatte Renate Schmid. Die Musik unterstrich den festlichen Charakter des Christkönigssonntags.