KIRCHBERG: Wenn Einnahmen wegbrechen

Vereine und Organisationen bessern ihre Kassen mit dem Sammeln von Altpapier und Karton auf. Die gesammelte Menge hat aber spürbar abgenommen. Gründe sind zentrale Sammelstellen Privater sowie der öffentlichen Hand.

Beat Lanzendorfer
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Die Bereitschaft, Papier zu bündeln, lässt merklich nach. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Bereitschaft, Papier zu bündeln, lässt merklich nach. (Bild: Beat Lanzendorfer)

KIRCHBERG. Keller oder Lagerräume, in denen Glas, Aluminium, Textilien oder Altpapier und Karton gehortet werden, gibt es immer weniger. Seit mehreren Jahren hat der Verbraucher die Möglichkeit, sich an Sammelstellen, die von der öffentlichen Hand oder von Privaten angeboten werden, seiner Abfälle zu entledigen. Eine Folge dieser Dienstleistung: Die gesammelte Menge Altpapier und Karton, welche viele Vereine und andere Organisationen mehrmals im Jahr im Auftrag der Gemeinden und mit Unterstützung des ZAB (Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid) durchführen, hat in spürbarem Ausmass nachgelassen.

Mengen werden kleiner

In Bazenheid sind Jungwacht und Blauring für das Sammeln verantwortlich. Dazu Jungwachtleiter Sandro Forster: «Wir spüren auch, dass die Mengen kleiner werden. Klar sähen wir es lieber, wenn die Einwohner das Papier und den Karton an den Sammeltagen an der Strasse deponieren, statt dieses in der ZAB in den Container zu werfen.» Die Jugendorganisation konnte die zurückgegangenen Einnahmen bis jetzt durch Einsparungen, früher erschaffene Reserven oder bei Arbeitseinsätzen an Festen kompensieren. «Falls die Zahlen aber weiter rückläufig sind, müssen wir andere Einnahmenquellen erschliessen oder die Tarife der Sommerlager erhöhen», ergänzt Forster. Die Rechnung ist schnell gemacht: Betrugen die Papier- und Karton-Einnahmen von Jungwacht und Blauring Bazenheid im Jahr 2012 noch gut 13 000 Franken, sind sie 2015 auf 7000 Franken eingebrochen.

Weniger Geld für Schulprojekte

Ins gleiche Horn bläst die Schule Gähwil. Dort sind laut Auskunft die Erträge um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen. Geld, das nun für Schulprojekte fehlt. Hier ging der Ertrag von einst 3700 auf 2700 Franken zurück.

Ausfall wird kompensiert

Claudio Bianculli, Vorsitzender der Geschäftsleitung des ZAB, ist sich der Problematik bewusst: «Der Verbraucher ist es heute gewohnt, dass er seine Abfälle schnell und ohne einen grossen Aufwand entsorgen kann. Dafür sind die privaten und öffentlichen Entsorgungshöfe zuständig.

Mit Kompensationsmassnahmen trägt der ZAB aber dazu bei, dass die Mindererträge der Altpapiersammlungen aufgefangen werden können. So feiert der ZAB in diesem Jahr sein 50-Jahr-Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür. Jungwacht und Blauring Bazenheid übernehmen am 3. September beim Jubiläumsanlass alle Helfereinsätze für den Auf- und Abbau des Festzeltes.» Im weiteren hat der ZAB verschiedene Organisationen und Schüler in der Mithilfe der Sortiertätigkeiten im Bazenheider Easydrive eingespannt. Letztlich entscheidet der Verbraucher selbst, wo er seinen Abfall entsorgt. Wichtig dabei ist, ob nun an der Strasse oder im Entsorgungshof, dass dies fachgerecht geschieht.

Claudio Bianculli Vorsitzender der Geschäftsleitung ZAB (Bild: Simon Dudle)

Claudio Bianculli Vorsitzender der Geschäftsleitung ZAB (Bild: Simon Dudle)

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