KIRCHBERG: Schon früh am Morgen informiert

Wer zum Kaffee in der Zeitung blättert, kann dies nur dank Zustellern und Zustellerinnen wie Brigitte Huber tun. Auf einer Tour durch Kirchberg erzählt sie von ihrer Arbeit.

Ruben Schönenberger
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Vorteil der Frühaufsteher: Im Sommer bietet sich Brigitte Huber bei ihrer Arbeit regelmässig ein imposantes Panorama. (Bilder: Ruben Schönenberger)

Vorteil der Frühaufsteher: Im Sommer bietet sich Brigitte Huber bei ihrer Arbeit regelmässig ein imposantes Panorama. (Bilder: Ruben Schönenberger)

Ruben Schönenberger

ruben.schoenenberger

@toggenburgmedien.ch

«Ich war eigentlich nie ein Morgenmensch. Aber dieser Job macht dich automatisch zu einem.» Brigitte Huber sorgt seit 15 Jahren dafür, dass Zeitungsabonnentinnen und Zeitungsabonnenten in Kirchberg schon zum Frühstück das Neueste aus der Welt erfahren. Nur das erste halbe Jahr seit Einführung der Frühzustellung war sie noch nicht Teil des Teams, das die Zeitungen verteilt. «Seither hat sich viel verändert», sagt Huber. Schon für drei verschiedene Firmen hat sie Zeitungen zugestellt, heute arbeitet sie für die Presto AG. «Zu Beginn verteilten wir nur drei Tageszeitungen. Nach und nach kamen auch Wochenzeitungen dazu.» Heute gehört eine zweiwöchentlich erscheinende Fernsehzeitschrift zum Sortiment der Frühzustellerin. Das macht die Arbeit nicht einfach. Beinahe geht Huber auf ihrer Tour an diesem Morgen die Fernsehzeitschrift vergessen.

Einen Fehler lässt sie aber nicht zu. Gehen ihr die Zeitungen zu früh aus oder bleiben nach Abzug der Reserve noch welche übrig, sucht sie den Fehler, bis sie ihn gefunden hat. Dann muss sie auch schon mal eine Strecke zurückgehen, um den Fehler zu beheben. Eine Liste zur Kontrolle hätte sie, «das Büchlein», wie sie es nennt. Darauf schauen muss sie aber nicht mehr. Sie kennt ihre Tour auswendig und weiss, in welchen Briefkasten welche Zeitung gehört. Die Namen seien ihr dafür nicht so geläufig, weil sie darauf gar nicht mehr achten müsse.

«Allzu viele Tage mit schlechtem Wetter gibt es gar nicht»

Worauf sie auch nach 15 Jahren noch achtet, ist das Wetter. «Im Winter ist der Job mühsamer. Nicht immer sind alle Wege vom Schnee befreit. Vor allem die Einfahrten zu den Briefkästen hin nicht», erklärt Huber. «Allzu viele Tage mit schlechtem Wetter gibt es aber gar nicht.» Im Sommer wird Huber regelmässig mit schönen Aussichten belohnt. Am einen Ende Kirchbergs zeigt sich der Ausblick in Richtung Wil in der Morgendämmerung so schön wie vermutlich sonst tagsüber nie. Und über den Churfirsten kann man später der Sonne beim Aufgehen zuschauen. Damit Huber nicht noch früher mit der Arbeit beginnen muss – in der Regel startet sie um 5 Uhr –, hat sie ihre Route optimiert. Bei ihrer aktuellen Tour, die sie seit etwa drei Jahren abarbeitet, heisst das: Zuerst geht sie eine kurze Runde mit wenigen Zeitungen ab. Danach lädt sie die restlichen, in zwei Taschen verstauten Zeitungen ins Auto ein und fährt an einen anderen Ausgangspunkt. Mit der ersten Tasche macht sie sich auf eine etwas grössere Runde, kehrt zum Auto zurück und nimmt die zweite Tasche für den längsten Teil der Tour. Im «Büchlein» wäre die Abfolge eine andere. «Aber so spare ich Zeit», sagt Huber. Das gilt indes nur, wenn sie zu Fuss unterwegs ist. «Ich habe erst gerade das Velo für die Tour entdeckt. So bin ich schneller.» Vom Velo die Zeitung in den Vorgarten zu werfen, das geht aber trotzdem nicht. «Wir haben klare Vorschriften, wie die Zeitung in den Briefkasten gehört.»

Ob per Velo oder zu Fuss, bis 6.30 Uhr müssen die Zeitungen zugestellt sein. Dann hat sich Huber das Frühstück verdient. Nicht nur, weil sie zu dieser Zeit bereits etwa vier Kilometer zu Fuss unterwegs war und etwa 70 Zeitungen zugestellt hat, sondern auch, weil der Geruch frischer Gipfeli seit Arbeitsbeginn in der Luft hängt.