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KIRCHBERG: In 20 Sekunden zum Einsatz

Dominique Krapf ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann bei Schutz & Rettung. Er arbeitet auf dem Flughafen Zürich, wo es bei den Einsätzen sehr schnell gehen muss. Daneben ist er Offizier bei der Ortsfeuerwehr und Feuerwehrinstruktor.
Sabine Schmid
Bei einem Ereignis mit einem Flugzeug ist die Zeit sehr wichtig. Darum üben die Feuerwehrleute den Einsatz immer wieder. (Bild: PD)

Bei einem Ereignis mit einem Flugzeug ist die Zeit sehr wichtig. Darum üben die Feuerwehrleute den Einsatz immer wieder. (Bild: PD)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

Morgens um sieben Uhr, der Tag ist noch jung. Dominique Krapf aus Kirchberg hat kurz zuvor in Zivilkleidern am Flughafen Zürich «eingecheckt», sprich seinen Ausweis gezeigt und die Sicherheitskontrolle passiert. Doch anstatt wie ein Passagier zu einem Gate zu gehen, um ins Flugzeug zu steigen, zweigt er ab, geht zu seinem Arbeitsplatz, der Feuerwache am Flughafen, wo er seine Arbeitskleidung anzieht. Dominique Krapf ist Feuerwehrmann und beginnt nun seinen Arbeitstag. Feierabend wird er 24 Stunden später haben.

Seinen Arbeitsort zu beschreiben, fällt Dominique Krapf nicht leicht. Angestellt ist er bei Schutz & Rettung als Berufsfeuerwehrmann am Standort Flughafen. Der Dienstplan gibt vor, ob er seine ganze Schicht dort verbringt oder nicht. «Wir sind nicht nur für die Sicherheit der Flughafengebäude und des Flugbetriebs verantwortlich, sondern auch für den nördlichen Teil der Stadt Zürich. Aus verkehrstechnischen Gründen beziehen wir während des Tages das Provisorium Wache Neunbrunnen in Zürich-Nord, so dass wir bei einem Alarm schneller am Einsatzort sind», erklärt Dominique Krapf. Auch auf dem Flughafen ist die Feuerwehr auf drei Standorte aufgeteilt, welche während des Flugbetriebs von 6 bis 23.30 Uhr besetzt sind. Die International Civil Aviation Organization (ICAO) gibt nämlich vor, dass die Feuerwehr während dieser Zeit an jedem Punkt der Pisten, der Rollwege und des Vorfeldes innerhalb von drei Minuten einsatzbereit sein muss. «Das heisst, dass wir nach einem Alarm 20 Sekunden Zeit haben, um ins Fahrzeug zu steigen und abzufahren», rechnet Dominique Krapf vor. Zum Anziehen bleibt da keine Zeit mehr. «Wir haben darum unsere Brandschutzausrüstung stets im Fahrzeug», sagt er.

Einmal in der Woche ein Flugzeug-Einsatz

Wenn Dominique Krapf ausrückt, sitzt er entweder in einem Tanklöschfahrzeug oder als Fahrer in einem Flugfeldlöschfahrzeug. Die Feuerwehr auf dem Flughafen Zürich hat fünf dieser grossen Flugfeldlöschfahrzeuge, von denen jedes über 125000 Liter Wasser und weitere Löschmittel mit sich führt. «Bei einem Alarm stehen mindestens drei davon auf dem Ereignisplatz», erklärt Dominique Krapf. Durchschnittlich einmal pro Woche, schätzt er, kommt es vor, dass die Feuerwehr zu einem Ereignis mit einem Flugzeug gerufen wird. Diese verlaufen zumeist glimpflich, so dass darüber in der Öffentlichkeit nichts bekannt wird. Doch Arbeit haben die Feuerwehrleute genügend. Zum Beispiel, wenn Brandmeldeanlagen losgehen, ausgelaufene Flüssigkeiten aufgefangen oder Bienenvölker eingefangen werden müssen oder wenn der Rettungsdienst Unterstützung benötigt. Diese Einsätze gehören zu den täglichen Aufgaben, die wenig spektakulär, aber dennoch sehr wichtig sind. Und wenn Dominique Krapf nicht im Einsatz ist, stehen andere Tätigkeiten auf seiner To-do-Liste: Nach dem morgendlichen Rapport verrichtet er handwerkliche Arbeiten wie Fahrzeugunterhalt, Schlauchreinigung oder das Auffüllen von Feuerlöschern. Auch administrative Arbeiten gehören zum Alltag. Dazu kommen immer wieder Ausbildungssequenzen und Feuerwehrübungen, damit die Berufsfeuerwehrleute für ihre Einsätze bestens vorbereitet sind. «Nach Möglichkeit treiben wir auch täglich ein bis eineinhalb Stunden Sport», sagt Dominique Krapf. Dafür stehen ihm und seinen Kollegen ein Fitnessraum und eine Turnhalle zur Verfügung. Aber: Ein Alarm hat immer Vorrang. Da kann es auch einmal sein, dass das Essen auf dem Tisch stehen bleibt.

Und was macht der Feuerwehrmann am Abend, wenn die anderen Menschen in den Feierabend gehen? «Wie gesagt, wir müssen die Ausrückzeiten einhalten, solange Flugbetrieb ist», sagt Dominique Krapf. «Ab 18.30 Uhr haben wir Bereitschaftsdienste, in der Gestaltung dieser Zeit sind wir frei, wir können Sport treiben, lesen, am Computer arbeiten, fernsehen oder tun sonst, was wir möchten.» Leicht anders sieht der Tag aus, wenn Dominique Krapf in der Tageswache Neunbrunnen eingeteilt ist. Dann verlassen er und seine Kameraden nach dem Tagesrapport das Flughafengelände. Auch in der Tageswache Neunbrunnen verrichten sie ihre Alltagsarbeit und rücken aus, wenn sie alarmiert werden. Durchschnittlich ein bis drei Einsätze haben die Berufsfeuerwehrleute dort täglich zu bewältigen. Am Abend kehren sie zum Flughafen zurück, von wo aus sie in der Nacht ausrücken.

Akustische und optische Alarmierung

Die Nacht verbringt Dominique Krapf in seinem Bett. Ob er schlafe? «Das ist unterschiedlich», gibt er zu. Gründe zum Aufwachen gibt es einige. «Ertönt ein Alarm – ein solcher erfolgt akustisch und optisch –, bin ich innert kürzester Zeit hellwach, auch wenn ich nicht selber ausrücken muss.» Es komme aber auch vor, dass sie in der Nacht geplant am Flugfeld stehen, dann etwa, wenn ein Jet der Rettungsflugwacht ausserhalb der Flugzeiten mit einem Patienten lande.

Bei der Frage, wo er lieber arbeite, überlegt Dominique Krapf lange, schliesslich legt er sich fest: in der Stadt. Dort sei das Einsatzspektrum breiter und er sei bei den Einsätzen eher in Kontakt mit Menschen. Gerade das mache ihm als kommunikativem Menschen viel Spass. Und was geht ihm durch den Kopf, wenn er von Brandkatastrophen hört, wie derjenigen im Grenfell Towers in London? «Wie bei jedem grossen Ereignis haben wir auch darüber geredet», sagt Dominique Krapf. Er wisse aber, dass die Bauvorschriften bezüglich des Brandschutzes in der Schweiz sehr streng seien. Die Berufsfeuerwehr Zürich habe zudem ein eigenes Konzept erstellt, wie die Mannschaft bei einem Brand im Hochhaus schnell und organisiert vorrücken könne.

Der neue Tag ist angebrochen. Dominique Krapf hat seinem Nachfolger den Pager übergeben und kehrt an seinen Wohnort Kirchberg zurück. Aber auch im Feierabend kann er seinen Beruf nicht ignorieren. Denn er ist Offizier der Feuerwehr Kirchberg-Lütisburg und schweizerischer Feuerwehrinstruktor.

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