KIRCHBERG: Der Sparstrumpf leert sich

Die Gemeinde Kirchberg informierte diese Woche an drei Vorversammlungen über das vergangene Rechnungsjahr. Thema für die Zukunft ist die Schulerweiterung, welche das Eigenkapital auffressen wird.

Beat Lanzendorfer
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An der Vorversammlung in Kirchberg: Gemeindepräsident Roman Habrik und Schulpräsident Orlando Simeon unterhalten sich über die wichtigsten Geschäfte. (Bild: Beat Lanzendorfer)

An der Vorversammlung in Kirchberg: Gemeindepräsident Roman Habrik und Schulpräsident Orlando Simeon unterhalten sich über die wichtigsten Geschäfte. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@

toggenburgmedien.ch

Mit der Einführung der Einheitsgemeinde ab 1. Januar 2017 fallen ab diesem Jahr die Vorversammlungen der Schulen in Kirchberg und Gähwil weg. Durch die Eingliederung in die Gemeinde wird es auch keine Korporationsversammlungen in Gähwil, Müselbach-Bäbikon und Dietschwil mehr geben. Vor allem die Schulraumerweiterung gab zu reden.

Weil sich ab Schuljahr 2017/ 18 vorab in Bazenheid Engpässe abzeichnen, wurde bereits im Februar zur öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen. Es wurde über die geplanten Schulraumneubauten in Kirchberg und Bazenheid und den Neubau der Mehrzweckhalle in Kirchberg diskutiert. Es ging um vier Schulraumprojekte, die der Schul- und Gemeinderat bis im Jahr 2020 umsetzen möchte und die mit einem Kostenvolumen von 37 Millionen Franken veranschlagt sind.

Konkret soll der Schulraum an der Oberstufe Flurstrasse in Kirchberg von 9 auf 13 Klassen, derjenige an den Bazenheider Primarschulen Neugasse und Eichbüel von 15 auf 22 erhöht werden. Von 7 auf 8 Klassen wird auch der Kindergarten Neugasse in Bazenheid aufgestockt. Während in Kirchberg Schulräume ersetzt werden müssen, nehmen sie in Bazenheid bis ins Schuljahr 2024/25 um 36 Prozent zu.

Die Neubauten sind nötig, weil sämtlicher Schulraum ausgelastet ist. Aktuell läuft bis am 21. April das fakultative Referendum zum Wettbewerb/Planung Neugasse und Planung Sonnenhof in der Höhe von 1,75 Millionen Franken. Sollte dieses ergriffen werden, wäre eine allfällig nötige Urnenabstimmung im Juni 2017 vorgesehen.

Über den Planungskredit Flurstrasse über 41000 Franken entscheiden die Stimmberechtigten an der Bürgerversammlung vom 31. März. Die Urnenabstimmungen über die Ausführungskredite Flurstrasse/Sonnenhof (rund 22 Millionen) und Neugasse (rund 12,1 Millionen) sind im März und September 2018 vorgesehen.

Jährliche Mehrkosten von 3,2 Millionen Franken

Ab 2021 kommen auf die Gemeinde jährliche Mehrkosten von 3,2 Millionen Franken zu, bei einem Gesamtaufwand von 45,9 Millionen Franken (2016). Die Freude des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2016, der mit einer Besserstellung von 2,5 Millionen Franken abschliesst, ist beim geplanten Investitionsvolumen nur von kurzer Dauer. Das vorhandene Eigenkapital (12,7 Millionen) schrumpft in den kommenden Jahren massiv und soll laut Finanzplan 2017 bis 2021 am Ende der Periode noch 671000 Franken betragen.

Laufende Projekte der Schule sind die Qualitätssicherung, die Informatik, die schulischen Tagesstrukturen sowie die pädagogischen Projekte Lehrplan 21, Sonderpädagogik und Krisenkonzept. Bei der Gemeinde sind es die Sanierung der Ortsdurchfahrt Gähwil, die Hochwasserschutzprojekte und die Zentrumsentwicklung Spelteriniwiese (beides in Bazenheid) sowie der Überbauungsplan Schützewis, Gähwil. Mit der Fernwärme und dem Beachvolleyballfeld sind es in Bazenheid zwei Projekte, die in den nächsten Monaten in Angriff genommen werden. Das Fazit des Gemeindepräsidenten am Ende der Vorversammlungen: «Hinter uns liegt ein ausgezeichnetes 2016. Das laufende Jahr können wir problemlos verkraften. Herausfordernd wird dann die Periode 2018 bis 2021.»