Kinderzulagen um 50 Franken erhöht

Rückblick auf die Sitzung von Mittwoch, 21. Januar 2015 An der Sitzung des Grossen Rates konnten die Traktanden nur zur Hälfte abgetragen werden. Ein Grosserfolg für die CVP/GLP-Fraktion war die Erheblicherklärung der Motion «Zeitgemässe Kinderzulagen».

Christa Kaufmann
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Rückblick auf die Sitzung von Mittwoch, 21. Januar 2015

An der Sitzung des Grossen Rates konnten die Traktanden nur zur Hälfte abgetragen werden. Ein Grosserfolg für die CVP/GLP-Fraktion war die Erheblicherklärung der Motion «Zeitgemässe Kinderzulagen». Die Kinderzulagen im Kanton Thurgau werden um 50 Franken auf 250 Franken pro Monat und Kind erhöht. Diese Anpassung entspricht einem wichtigen familienpolitischen Anliegen. Familien sind das Fundament der Zukunft und verdienen unsere Unterstützung. Gerade auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten müssen wir uns für familienpolitische Anliegen stark machen. Das ist gelungen – trotz starkem Gegenwind aus Kreisen der FDP und auch der SVP. Sie befürchten steigende Kosten zum Nachteil der Wirtschaft.

Thurgauer Zeitung im Fokus

Emotional verlief auch die Diskussion über die Interpellation «Unzufriedenheit mit der Thurgauer Zeitung». Seit Frühling 2010 gehört die Thurgauer Zeitung zur NZZ-Gruppe. In dieser Zeit wurde vor allem beim Regionalteil abgebaut. Gerade im Kanton Thurgau, dem ein eigentliches Zentrum fehlt, erfüllt der Regionalteil eine wichtige, identitätsstiftende Funktion. Im Hinterthurgau hätte die Thurgauer Zeitung noch Ausbaupotenzial. Mit der Neulancierung der «Regi» hat unsere Region erfreulicherweise wieder ein lokales Sprachrohr erhalten.

Dem Markt ausgesetzt

Viele Votanten kritisierten die Verlagspolitik der NZZ, attestierten aber der Redaktion der Thurgauer Zeitung einen guten Job. Klar zum Ausdruck kam, dass für eine funktionsfähige Demokratie unabhängige Medien entscheidend sind. Als privates Unternehmen ist die Thurgauer Zeitung aber dem freien Markt ausgesetzt. Online-Portale und Gratiszeitungen setzen dem unabhängigen Qualitätsjournalismus zu. Viele Menschen möchten für News kein Geld mehr ausgeben. Das hat seine Schattenseiten. Laut Regierungsrat Jakob Stark hat bereits vergangene Woche zwischen dem Regierungsrat und den Verantwortlichen der NZZ eine Aussprache stattgefunden.

Zum Abschluss der halbtägigen Sitzung wurde eine Interpellation mit dem Titel «Erfolgreiche Lehrstellensuche und Rekrutierung von Lernenden» behandelt. Es geht dabei um die Vergabe von Lehrstellen, die zum Teil schon sehr früh besetzt werden.

Druck ist gestiegen

Regierungsrätin Monika Knill möchte in diesem Zusammenhang aktiv werden und das Gespräch mit Gewerbeverband und Industrie suchen und Empfehlungen abgeben. Der Druck auf die Jugendlichen sei in den letzten Jahren enorm gestiegen. Sie stellt aber fest, dass der Staat keine rechtlichen Möglichkeiten habe, in den Vergabeprozess einzugreifen. Staatsnahe Betriebe wie Verwaltung, Spital und Kantonalbank könnten bei der Vergabepraxis aber eine Vorreiterrolle übernehmen.

Die Wiler Zeitung bietet den Kantonsräten des Bezirks Münchwilen die Gelegenheit, sich jeweils vor und nach den Grossratssitzungen zu den traktandierten Geschäften zu äussern.