Kinderzirkus im Flüchtlingscamp

Lucas Cadonau ist Direktor des Sirnacher Circus Balloni. Im Februar will er in der Türkei mit Flüchtlingskindern Zirkus machen. Dafür sucht er Unterstützung.

Drucken
Teilen
Bald in der Türkei aktiv: Lucas Cadonau vom Sirnacher Circus Balloni. (Bild: pd)

Bald in der Türkei aktiv: Lucas Cadonau vom Sirnacher Circus Balloni. (Bild: pd)

Herr Cadonau, wohin fahren Sie?

Lucas Cadonau: Ich reise nach Mardin, eine türkische Stadt an der Grenze. Dort gibt es ein Flüchtlingscamp. Im Februar werde ich für zwei Wochen mit Material und Requisiten dorthin reisen und mit den Flüchtlingskindern Zirkus machen.

Wie kamen Sie auf diese Idee?

Cadonau: In diesem Frühling sah ich eindrückliche Bilder der Flüchtlingsproblematik im Fernsehen. Zu sehen war da ein Flüchtlingslager, in dem auch Kinder untergebracht waren. Ich habe mich gefragt, was diese Kinder wohl den ganzen Tag machen und ob es eine Möglichkeit gibt, sie von ihrem harten Alltag und Schicksal etwas abzulenken. Da kam die Zirkus-Idee ziemlich schnell.

Wie hat sich diese Möglichkeit nun ergeben?

Cadonau: Mit meiner Zirkus-Idee habe ich es bei vielen Hilfswerken versucht, ich wollte diesen Kindern helfen. Die Organisationen fanden meine Idee zwar alle gut, konnten sich aber zu wenig darum kümmern. Im September erhielten einige Schweizer Zirkusse ein Schreiben eines Hilfswerks aus der Türkei, welches exakt danach suchte, was ich bieten konnte: Unterstützung für einen Zirkus mit Flüchtlingskindern. Für mich war sofort klar, dass ich da hin musste.

Sie gehen in ein Flüchtlingscamp unweit der syrischen Grenze. Was sagt Ihr Umfeld dazu?

Cadonau: Natürlich gab es kleine Bedenken zur Sicherheit. Aber ich habe schon ohne Probleme Zirkus in afrikanischen Slums gemacht. Meine Familie weiss, wie wichtig mir das Reisen ist, und respektiert das auch.

Was werden Sie mit den Kindern im Camp machen?

Cadonau: Bei früheren Projekten habe ich festgestellt, dass Zirkus völker-, sprachen- und generationenübergreifend funktioniert. Bewährt haben sich vor allem Clownnummern. Ein Teil des Engagements wird auch sein, hier Geld zu sammeln. Zwar arbeiten wir alle freiwillig und ohne Entgelt mit, trotzdem braucht es Geld für dieses soziale Projekt.