Kinderyoga in Wil: Mit Yoga sind Kinder nicht so kribbelig

Andrea Wehrli betreibt in Wil ein Studio für Kinderyoga. Die Anforderungen sind anders als bei Erwachsenen.

Adrian Zeller
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Andrea Wehrli und einige ihrer Yoga-Schülerinnen im Studio in Wil.

Andrea Wehrli und einige ihrer Yoga-Schülerinnen im Studio in Wil.

Bild: PD

«Kinderyoga hat mit Erwachsenenyoga kaum etwas gemeinsam», sagt Andrea Wehrli. Damit meint sie die Form der Vermittlung und des Praktizierens. Es wird mit Spielen, mit Bewegung und mit Geschichten gearbeitet. «Kein Kind soll sich zu etwas gedrängt fühlen», betont die Wiler Yogalehrerin. In einigen Übungen identifizieren sich die Kinder beispielsweise auf spielerische Weise mit einem Tier.

Mitunter wirken die Yogastunden dynamisch und lustvoll, wie Andrea Wehrli schmunzelnd sagt. Damit unterscheiden sie sich deutlich von der konzentrierten, bisweilen meditativen Form des Übens der erwachsenen Yogins, wie die Praktizierenden genannt werden.

Wirkung des Yogas ist bei Kindern ähnlich

Doch die Wirkung des Yogas ist bei Kindern und bei Erwachsenen ähnlich: Die Wahrnehmung des eigenen Körpers sowie des Atmens wird intensiviert. Zudem wird die Konzentrations- sowie die Koordinationsfähigkeit verstärkt. Für Andrea Wehrli ein wichtiger Zusatzeffekt: «Die Kinder lernen, dass sie der eigenen Nervosität oder Kribbeligkeit selber etwas entgegensetzen können.» Und: «Sie wissen auch, was sie dagegen tun können, wenn sie abends nicht einschlafen können.»

Manche Kinder hätten mit der Schule und mit ausserschulischen Aktivitäten heutzutage einen dermassen ausgefüllten Tag, dass sie die Yogalektionen als Erholung empfinden würden. Ihr ursprünglicher Berufswunsch war Kindergärtnerin, erzählt die in Bronschhofen wohnhafte Mutter von vier Kindern. Sie entschied sich dann für eine andere Richtung, sie wurde medizinische Praxisassistentin. In einem Teilpensum arbeitet Andrea Wehrli in einer gynäkologischen Praxis in Winterthur. Vor kurzem hat sie zusätzlich eine Ausbildung als APM Therapeutin in Akupunkturmassage abgeschlossen.

Kinderyoga ist keine Religion

Selber praktiziert sie seit sechzehn Jahren Erwachsenenyoga. Sie besuchte zeitweise mit ihren Kindern entsprechende Lektionen für Mädchen und Buben. Schliesslich wurde sie angefragt, ob sie selber Yoga unterrichten wolle. Im Juni 2018 schloss sie den entsprechenden Lehrgang in Kinderyoga ab.

Seither führt Andrea Wehrli in einem Studio in Wil Kinder in zwei Altersgruppen, von vier bis sechs Jahren sowie von sieben bis zehn Jahren, in die Techniken ein. «Ich möchte jedes Kind dort abholen, wo es gerade steht», sagt die Yogalehrerin. Die Lektionen finden in Blockkursen statt. Eines will sie betont wissen: «Im Kinderyoga geht es um keine Religion.»

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