Kinderheim nun bewohnt

Ziel der Schweizer Stiftung «Hilfe für Kinder und alte Menschen in Rumänien» ist der Bau eines Heims in Turda. Zwei Häuser sind bisher fertiggestellt. Eines wird seit Jahren von 16 alten Menschen bewohnt, das zweite nun von fünf Kindern.

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Blick in die Küche des Kinderheims Lukas im rumänischen Turda. (Bild: zVg)

Blick in die Küche des Kinderheims Lukas im rumänischen Turda. (Bild: zVg)

OBERBÜREN. An der kürzlich in Oberbüren stattgefundenen Hauptversammlung der Schweizer Stiftung «Hilfe für Kinder und alte Menschen in Rumänien» konnte die Verantwortliche in Rumänien, Daniela Constantinescu, vom Einzug von fünf Kindern ins Kinderheim berichten. Fast zwei Jahre hat die rumänische Partnerstiftung «Sfantul Daniel» mit den lokalen Behörden darum gekämpft. Aufgrund der politischen und vor allem auch wirtschaftlichen Lage in Rumänien wurden fortwährend die Bedingungen und Bestimmung geändert. Bewilligungen wurden zurückgezogen, zugesicherte Gelder wurden nicht überwiesen.

Stiftung finanziert Betrieb mit

Das Konzept des Kinder- und Altersheims in Turda sieht vor, dass die Schweizer Stiftung den Bau der Häuser finanziert. Im Sinne von «Hilfe zur Selbsthilfe» sollte dann die Stadt Turda und der Kanton Cluj die Kosten für den Betrieb übernehmen. Und genau dies hat nicht geklappt: Das zweite Haus wurde im Mai 2010 fertiggestellt, war allerdings bis vor kurzem nicht bewohnt worden.

Nach langem Kampf um Bewilligungen und nötige Gelder hat sich die rumänische Stiftung entschlossen, vorerst fünf Kinder aufzunehmen und die dafür nötigen Gelder selber aufzubringen. Es ist mit Kosten von rund 600 Euro pro Kind zu rechnen. Die Hälfte dieses Betrags erhält die Stiftung von der öffentlichen Hand.

Die nun im Heim wohnenden Kinder sind ein Geschwisterpaar und drei Geschwister. Die einen mussten vom Sozialamt von der alleinerziehenden alkoholsüchtigen Mutter weggenommen werden. Sie hat die Kinder regelmässig geschlagen und misshandelt. Die Eltern der anderen Geschwister wurden zu 20 Jahren Gefängnis wegen gemeinsamen Mordes verurteilt. Eines der Kinder musste den Mord miterleben und ist speziell traumatisiert.

Patenschaften übernehmen

Die Schweizer Stiftung hat sich an der Hauptversammlung entschieden, ab sofort den Betrieb des Kinderheims, entgegen des gültigen Konzepts, mitzufinanzieren. Sie bietet zu diesem Zweck neu Patenschaften an. Diese beziehen sich direkt und ausschliesslich auf das Kinderheim «Lukas». Dafür gespendete Gelder werden vollumfänglich, ohne jegliche administrativen Kosten, nach Turda weitergeleitet. (pd)

www.rumhilfe.ch.

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