Kinderfeiern – ein beliebtes Angebot

Seit mehr als zehn Jahren werden in der Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinde Oberuzwil-Jonschwil Feiern für kleine Kinder angeboten. Und das Angebot wird gut genutzt.

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OBERUZWIL/JONSCHWIL. Diese Feiern werden rege besucht und sind auf die Bedürfnisse von bewegungsfreudigen, neugierigen Knaben und Mädchen im Vorschulalter zugeschnitten. Im «Namenslied» werden jeweils alle Kindernamen singend erwähnt. Auch Gebete gehören zum Ablauf und natürlich eine Geschichte, die den Kindern von Gottes Wirken erzählt. Diesmal wurden zudem zwei Kerzen am Adventsgesteck angezündet.

Wenig zu tadeln

Plötzlich bimmelte es vor der Kirchentür, diese ging auf, und der Nikolaus mit glänzendem Bischofsstab samt schwarzem Schmutzli trat ein. Die Kinder machten grosse Augen. Er freue sich, so viele Kinder beim «Fiire mit den Chline» anzutreffen. Zu tadeln wusste er nur wenig. Die Eltern dürften allerdings ruhig noch etwas mehr beim Singen mitmachen. Und auch als Mithelfende sähe er sie gerne. Den Kleinen redete er zu, doch etwas geduldiger zu werden.

«Geld macht nicht glücklich»

Der Nikolaus begann nun aus seinem Leben zu erzählen. Er habe erleben müssen, wie seine Eltern schon in jungen Jahren gestorben seien. Ein grosses Glück war für ihn anfänglich, dass er Reichtum geerbt und deshalb nicht hungern habe müssen. Doch schon bald merkte er, dass ihn das viele Geld nicht glücklich machte und er überlegte sich: «Was kann ich Sinnvolles mit dem Reichtum anfangen?»

Und so begann er Geld zu verschenken, was ihn verständlicherweise bei den Menschen beliebt machte. Er wurde sogar zum Bischof geweiht. Darum habe er auch so eine hohe Mütze an. Ein Bischof sei ein eher etwas wichtigerer Pfarrer. Die Eltern schmunzelten.

Abschied von Richard Böck

Richard Böck gibt nach gut zehn Jahren Dienst an den Kleinen diese Aufgabe ab, mit wehem Herzen und manch heimlicher Träne, wie er gestand. Auf ihn warten neue Aufgaben in Jonschwil und Schwarzenbach. Zu seiner letzten Kinderfeier kamen so viele Kinder, dass der Platz vorne im Chor der Grubenmann-Kirche eng wurde. Im neuen Jahr wird die auf Januar 2012 gewählte Sozialdiakonin Brigitte Heule die Leitung von «Fiire mit de Chline» übernehmen.

Eine solche Feier braucht natürlich freiwillige Helferinnen und Helfer. Im Augenblick engagieren sich Ruth Zülli, Elsbeth Müller-Tinner und Barbara Schadegg für diese Aufgabe. Als Lohn gibt es strahlende Kinderaugen und das gute Gefühl, sich für eine sinnvolle Sache einzusetzen. Nach der gut halbstündigen Feier mit Beten, Singen und dem Auftritt des Nikolaus sind alle Kinder mit ihren begleitenden Eltern zu einem Zvieri ins Kirchgemeindehaus eingeladen worden. Diesmal lagen Grittibänzen mit einem feinen Brügeli samt Mandarinen auf den Tischen. Dazu gab es Sirup und für die Grossen Tee oder Kaffee. Einige Kinder bastelten in aller Ruhe ein schönes Namensräupli für sich. Unter den Feiernden war auch eine Familie aus China, die seit kurzem in Bichwil ein Haus bezogen hat und sich freut, hier Anschluss zu finden. So hat kirchlicher Einsatz auch eine integrative Funktion weit über das Religiöse hinaus. (as.)