Kinder planen Spielplatz mit

Der Spielplatz beim Bergholz wurde 2012 im Zuge des Baus des IGP-Sportparks Bergholz abgebrochen. Nun soll am gleichen Ort ein neuer Spielplatz entstehen. Bei der Planung wurden Ideen der Schüler vom Mattschulhaus berücksichtigt.

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Schüler des Mattschulhauses besuchten Spielplätze, um Ideen zu sammeln und danach auf Sperrholzplatten ihren Wunsch-Spielplatz zu basteln. (Bild: pd)

Schüler des Mattschulhauses besuchten Spielplätze, um Ideen zu sammeln und danach auf Sperrholzplatten ihren Wunsch-Spielplatz zu basteln. (Bild: pd)

WIL. Der alte Spielplatz beim Bergholz war in die Jahre gekommen und genügte den heutigen Anforderungen in Sachen Qualität, Spielmöglichkeiten und Sicherheit nicht mehr. Daher war es kein grosser Verlust, als er 2012 im Zuge der Arbeiten für den neuen IGP-Sportpark Bergholz weichen musste. Nun soll am gleichen Ort auf rund 2200 Quadratmetern ein neuer Spielplatz realisiert werden, um das Spiel- und Aufenthaltsangebot im Südquartier zu bereichern.

Spielplatz soll Spass machen

Gemäss städtischem Spielplatzkonzept vom Mai 2008 sind auf diesem Areal sechs bis zehn Spielgeräte vorgesehen. Einerseits soll der Spielplatz nach aktuellen Erkenntnissen bezüglich Pädagogik, Bewegungsförderung und sozialen Verhaltens für vier- bis zwölfjährige Kinder erstellt werden. Andererseits soll er auch die Richtlinien «Hindernisfreies Bauen – Spielplätze für alle» und die Vorgaben der Beratungsstelle für Unfallverhütung erfüllen. Nicht zuletzt soll der neue Spielplatz Spass machen. Ausgewiesene Experten hierfür sind die künftigen Nutzenden – sprich die Kinder aus der anvisierten Altersgruppe.

«Um deren Ideen einfliessen zu lassen, haben wir für die Planung verschiedene Schulklassen des Mattschulhauses mit einbezogen», sagt Stadtrat Marcus Zunzer, Vorsteher des Departements für Bau, Umwelt und Verkehr. «Dabei wurde auch auf das Unicef-Label <Kinderfreundliche Gemeinde> abgestützt, das die gezielte Steigerung der Kinderfreundlichkeit mit dem Einbezug von Kindern und Jugendlichen in die Erarbeitung und Planung von Projekten vorsieht», sagt Stadtrat Dario Sulzer, Vorsteher des Departement für Soziales, Jugend und Alter.

Modell «Traumspielplatz»

Unter Anleitung von Barbara Käser, Projektleiterin und soziokulturellen Animatorin, beteiligten sich Schulklassen des Mattschulhauses im Sommerhalbjahr am partizipativen Prozess. Im Rahmen des Werk- und Handarbeitsunterrichtes unternahmen die Klassen Exkursionen zu anderen Spielplätzen und sammelten Ideen für ihren Wunschspielplatz. Welches Thema soll dargestellt werden? Welche Spielgeräte möchten wir haben? Wie stellen wir uns die Geländegestaltung vor?

Diese und viele weitere Fragen wurden in Zeichnungen und Stichwortsammlungen beantwortet. Dabei spielte nicht zuletzt auch der demokratische Prozess eine wichtige Rolle, wie etwa Mittelstufenlehrer Reto Trunz betont. «Die Kinder sprudelten vor Ideen – und diese breitgefächerte Vielfalt musste auf einen gemeinsamen Nenner gebracht und im vorgegebenen Rahmen gehalten werden.»

Sich austauschen, andere Vorstellungen akzeptieren und sich einigen sei für die Kinder eine intensive, aber sehr wertvolle Erfahrung gewesen. «Nicht zuletzt wurden auch ihre Sozial- und Kommunikationskompetenz gefordert und gefördert.» Nach dieser Phase bastelten die Kinder auf Sperrholzplatten detaillierte Modelle «ihres» Spielplatzes.

Ideen zusammenführen

Ende Oktober präsentierten die Kinder diese Modelle im Beisein der Stadträte Marcus Zunzer und Dario Sulzer. «Fantasialand», «Kunterbunt» oder «Mittelalter im Burgholz» mit Hügeln, Türmen und Wegen, Kletterelementen, Rutschen und Röhren. Der Landschaftsplaner Daniel Wegmüller und die Landschaftsarchitektin Britta Hettich nahmen die Modelle und die Erläuterungen der Kinder entgegen. Nun werden sie gemeinsame Punkte herausschälen und in ein gesamtheitliches Projekt zusammenführen.

Einfliessen werden dabei auch Ergebnisse aus Interviews mit Eltern sowie Bedürfnisse des Quartiers – das Areal soll nicht alleine Spielplatz für die Kinder, sondern auch Aufenthalts- und Begegnungsort für die Quartierbewohner sein. Dabei gilt es, mit Blick auf Wünsch- und Machbares den Kostenrahmen von maximal 200 000 Franken für die Planung und die Umsetzung sowie die Durchführung des partizipativen Prozesses einzuhalten. Bis im Januar 2015 sollen zwei bis drei Varianten vorliegen – die Umsetzung ist für den Sommer 2015 vorgesehen.

Wertvoller Mehraufwand

Bei der Präsentation der Modelle bedankten sich die Stadträte Marcus Zunzer und Dario Sulzer bei den Kindern und den beteiligten Lehrpersonen. «Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein solcher Einsatz geleistet wird – wir sind aber überzeugt, dass das Ergebnis den Zusatzaufwand wert sein wird.» Davon ist auch Ruedi Blumer, Schulleiter der Primarschule Matt, überzeugt. «Besonders gefallen hat mir die begeisterte Mitarbeit der Kinder, die sich nicht nur für sich selber, sondern auch für das Quartier und deren Bewohner Gedanken gemacht haben.» (sk)

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