KIESABBAU: «Zahlen sind absolut utopisch»

Mit Flugblättern und Infoveranstaltungen bekämpfen Gegner die Erweiterung der Kiesgrube in Wuppenau. Projektleiter Christoph Stucki von der Firma Cellere über Lärm, Sicherheit und eine goldene Nase.

Christof Lampart
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Projektleiter Christoph Stucki von Cellere ist der Meinung, dass in Wuppenau derzeit falsche Fakten verbreitet werden. (Bild: Christof Lampart)

Projektleiter Christoph Stucki von Cellere ist der Meinung, dass in Wuppenau derzeit falsche Fakten verbreitet werden. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

redaktion@wilerzeitung.ch

Christoph Stucki sitzt im Besprechungsraum der Baufirma Cellere Bau AG in Münchwilen. Vor ihm liegen die Flugblätter der Gegner. Dass es bei Projekten Einsprachen geben kann, weiss der Bauexperte. Und doch erstaunt es ihn, dass die Erweiterung der Kiesgrube Groosswis in Wuppenau so viel Staub aufwirbelt – schliesslich hätten der Kanton Thurgau und die Gemeinde Wuppenau genau in der Planungsphase hingeschaut. Selbst die sehr kritischen Naturschutzverbände von WWF und Pro Natura hatten nichts am Projekt auszusetzen.

Christoph Stucki, laut den Gegnern hat die Firma Cellere Bau AG mangelhaft über die Kiesgrubenerweiterung informiert. Was ist da dran?

Gar nichts. Wir haben im Winter 2013 die umliegenden Bewohner eingeladen und sie über unsere Projektabsicht Erweiterung Kiesgrube Groosswis Parzelle 292 und Schaffung einer Deponiezone Otteloo angrenzend an die Grubenerweiterung informiert. Einige erklärten, dass sie nicht gegen die Kiesgrube seien, jedoch die Katze nicht im Sack kaufen wollten. Sie verlangten, dass wir einen Umweltverträglichkeitsbericht und einen Gestaltungsplan in Auftrag geben.

Wie ist es dann aus Ihrer Sicht weitergegangen?

Es folgten weitere Projektabklärungen mit dem Entscheid der Projekt-Redimensionierung auf die Kiesgrubenerweiterung, anschliessend die Planungsphase mit der Vorprüfung des Dossiers sowie den Berichten von Kanton und Gemeinde, welche für das Projekt positiv ausfielen.

Hatten Sie erneut Kontakt mit den Personen der IG, die sich gegen das Projekt wehrt?

Ja. Im Winter 2015 hatten wir mit Herrn Duelli, dem Sprecher der IG Leitbild/DepoNIE, wegen des Projektumfangs und des aktuellen Status erneut zu tun. Er nahm diese Redimensionierung des Projektumfangs erfreut und wohlwollend entgegen. Total fanden drei Treffen mit den Gegnern sowie zwei Infoveranstaltungen, zu denen die Cellere Bau AG eingeladen hat, statt.

Und was ist dann passiert?

Leider wurden die Verhandlungen durch die Bedenkenträger am 16. Januar abgebrochen, obwohl wir uns im Inhalt betreffend der zusätzlichen Vereinbarungen einig waren. Diese zusätzlichen Vereinbarungen wurden mit der Gemeinde nun vertraglich festgehalten und mit dem Erhalt der Abbaubewilligung rechtskräftig und dem öffentlichen Recht unterstellt.

In einem Flugblatt wird angedeutet, dass die erweiterte Kiesgrube länger als 16 Jah- re genutzt werden könnte.

Das wird nicht der Fall sein, denn die im Umweltverträglichkeitsbericht festgelegte Dauer von 16 Jahren beinhaltet auch die Rekultivierung. Wir werden auf der Parzelle 292 zwölf Jahre lang abbauen und ein Jahr fürs Rekultivieren brauchen. Anschliessend werden wir in drei Jahren die restlichen Flächen rekultivieren.

Und was ist mit dem Lärm, den die Kiesabbau-Gegner ins Feld führen?

Wir nehmen grosse Rücksicht auf die Bevölkerung. Es ist verbindlich geregelt, dass wir den Kies ausschliesslich in der kühlen Jahreszeit, von Oktober bis März, abbauen und brechen, wenn sich also weniger Menschen im Freien aufhalten. Ausserdem bescheinigt uns ein Lärmgutachten, dass wir weit unter den gesetzlichen Werten liegen.

Laut Flugblatt gefährden die Lastwagen die Sicherheit der Schulkinder.

Das wird nicht der Fall sein. Denn die Zu- und Wegfahrt zur Kiesgrube geschieht über eine Kantonsstrasse, welche kein Schulweg ist oder tangiert.

Erfolgt die Anfahrt über Schönholzerswilen?

Nein, die regionale An- und Wegfahrt wird über die Kantonsstrasse Richtung Mettlen, Zuzwil und Wil erfolgen.

Ein weiterer Vorwurf der Gegner lautet, der aktuelle Recyclingbetrieb sei nicht zonenkonform und deshalb illegal.

Doch, er ist zonenkonform. Unsere aktuelle Bewilligung des Kantons gilt bis Ende 2019. Auch wird der aktuelle Recyclingbetrieb durch die kantonale Fachstelle kontrolliert.

Und wie steht es mit dem Vorwurf, dass Cellere den Recyclingbetrieb in Zukunft weiterführen möchte?

Da kann ich alle beruhigen. Sobald wir die Abbaubewilligung für die Kiesgrubenerweiterung erhalten haben, werden wir den Recyclingbetrieb einstellen. Dies ist auch in der aktuellen Planung verbindlich festgehalten.

In den Flugblättern kann man von Einnahmen von bis zu

30 Millionen Franken lesen. Verdienen Sie sich eine goldene Nase?

Dass wir geschäften, um Geld zu verdienen, ist verständlich und logisch. Aber diese Zahlen entbehren jeglicher Basis und sind absolut utopisch.