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Kevin Fiala in der Heimat: "Ich habe vier, fünf Nächte nicht geschlafen"

Um ein Haar hätte Kevin Fiala die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft zum Weltmeister gemacht. Am Mittwochvormittag kehrte der NHL-Spieler in seine Heimat zurück und erzählte von den prägenden Erlebnissen an der WM in Dänemark.
Simon Dudle

«Zwei bis drei Stunden nach dem Final war es am schlimmsten. Wir wollten unbedingt gewinnen», sagte Kevin Fiala am Mittwochvormittag bei einem Auftritt an de Oberstufe Sproochbrugg in Zuckenriet. Die Worte lassen tief blicken. Zwar hatte die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an der WM Grosses vollbracht und Titelverteidiger Schweden beinahe entthront, aber eben nur beinahe. Für einen wie Fiala, der seit dem Alter von zwei Jahren auf dem Eis steht und seit der Saison 2015/2016 in der besten Liga der Welt aufläuft, ist dies zu wenig. «Die ersten vier, fünf Nächte nach der WM konnte ich nicht schlafen», sagte Fiala. Ihn wurmte weniger sein verschossener Penalty, als viel mehr die vergebene Grosschance in der Verlängerung. «Normal mache ich den rein», sagte Fiala. Mittlerweile sei er aber «happy» mit der Silbermedaille.

Da es in der Gemeinde Zuzwil keinen offiziellen Empfang gibt, sprang Oberstufen-Schulleiter Freddy Noser in die Bresche und lud Fiala zum Interview vor rund 250 Schülern ein. Es war auch der Moment, um auf die Kindheit des heute gerade einmal 21-jährigen Flügelspielers zurückzublicken. Auf die Zeit, als Fiala beim EHC Uzwil das Hockey-ABC erlernt, auch beim EC Wil das eine oder andere Spiel absolviert hatte und dann zu den ZSC Lions gewechselt war. Als seine Reise über Malmö nach Jönköping in Schweden geführt hatte, folgte der Sprung über den «Teich» nach Amerika, wo er von Nashville gedraftet wurde. Bis zum 27. Altersjahr ist er nun an jenen Verein gebunden.

Primarschule in Zuzwil durchlaufen

Es war gestern aber auch Zeit für die eine oder andere Reminiszenz. Noser erinnert sich noch gut an ein Gespräch, als er den damaligen Fünftklässler Kevin in das Schulleiterbüro geladen hatte, und dieser selbstbewusst sagte, er werde irgendwann in der NHL spielen. Auf die Nachfrage, was er zu tun gedenke, sollte der Plan nicht aufgehen, antwortete Kevin: «Es wird klappen.» Noser sagt rückblickend: «Ich wusste schon damals, dass er es schafft. Kevin hat akribisch an seiner Karriere gearbeitet.» So erstaunte es nicht, dass Fialas Weg nach der Kindergarten- und Primarschulzeit in Zuzwil an die Sportschule Herisau führte, ehe die Dinge sportlich ihren Lauf nahmen.

Als Star fühle er sich nicht, sagte Fiala gestern, nachdem er den Sproochbrugg-Schülern geduldig Autogramme verteilt und für Erinnerungsfotos posiert hatte. Er ist keiner, der den grossen Rummel sucht. Er spielt lieber Eishockey, als dass er Interviews gibt. Der Zuzwiler ist froh, dass in der 800’000-Einwohner-Stadt Nashville kein übermässig grosser Hype um das Eishockey gemacht wird. «Man kann durch die Stadt laufen, ohne dass grad Fans auf einem zukommen», sagte Fiala. Sportlich zieht er nach dem Viertelfinal-Aus von Nashville eine durchzogene Bilanz. «Nach einer Verletzung in der Vorsaison habe ich die ersten 20 Spiele nicht so gut gespielt. Danach wurde es deutlich besser.»

Gute Zuzwiler Jahrgänge

Die Schüler und Lehrer schickten Fiala mit einem lang anhaltenden Applaus in dessen nun anstehende Ferien. Zu applaudieren wäre auch für manch anderen aus der Hockey-Hochburg Zuzwil. Zum Beispiel für Lukas Frick aus Züberwangen, der in der Sproochbrugg die Oberstufe besucht hatte und in Dänemark zu seinen ersten Einsätzen mit der Hockey-Nati an einer WM gekommen war. Auch der 23-jährige Verteidiger hat das Eishockeyspielen in Wil und Uzwil erlernt. Über Kloten führte sein Weg zu Lausanne, wo er die vergangene Saison in der National League bestritten hat. Im illustren Zuzwiler Hockey-Reigen ist auch Fricks jüngerer Bruder Robin zu nennen, der ebenfalls für Kloten in der höchsten Schweizer Liga gespielt hat, zu Einsätzen mit der Schweizer U18-Nationalmannschaft gekommen war, aber aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. In dieser Aufzählung darf auch Anja Stiefel aus Züberwangen nicht fehlen, die 180 Mal für die Schweizer Frauen-Nati gespielt hat und je eine Olympia- und WM-Bronzemedaille vorzeigen kann. Zuletzt spielte sie in Schweden bei Lulea. Vor einigen Wochen hat die 27-Jährige allerdings kommuniziert, mit dem Spitzen-Eishockey aufzuhören.

Doch warum ist ausgerechnet Zuzwil eine Hockey-Hochburg, obwohl die Gemeinde keine eigene Eishalle hat? Noser sagt: «Es gab damals einige Jahrgänge, als mehrere Zuzwiler in Uzwil Eishockey spielten. Das hat nun aber wieder abgegeben.»

Kevin Fiala erfüllte geduldig Autogrammwünsche (Bilder: Simon Dudle)

Kevin Fiala erfüllte geduldig Autogrammwünsche (Bilder: Simon Dudle)

Kevin Fiala - in Begleitung von Schulleiter Freddy Noser - zeigt die WM-Silbermedaille.

Kevin Fiala - in Begleitung von Schulleiter Freddy Noser - zeigt die WM-Silbermedaille.

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