Keine Wufa im nächsten Herbst

Das Konzept der regionalen Wirtschaftsmesse Wufa wird gründlich überarbeitet. Es sieht vor, die Wufa zu einer Frühlingsmesse umzuorganisieren, die nach der Neuorientierung erstmals im Jahr 2012 durchgeführt wird.

Silvan Meile
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wil. Nach einer ausführlichen Analyse insbesondere der Wufa 2010, aber auch aller anderen Durchführungen der regionalen Messe in Wil, habe die Messeleitung zwei unterschiedliche Messekonzepte ausgearbeitet, schreiben die Organisatoren von der St. Galler Agentur Freicom in einer Medienmitteilung. «Beide Konzepte sehen den Frühling als Zeitpunkt einer weiteren Durchführung vor», erklärt Messeleiter Reinhard Frei auf Anfrage der Wiler Zeitung.

Die Messeverantwortlichen versprechen sich davon vor allem für die Aussteller weniger Konkurrenz durch andere Messen wie beispielsweise der Olma, Wega oder den zahlreichen Fachmessen. Noch ist darüber nichts definitiv entschieden. Sicher ist aber, dass es im nächsten Herbst keine Wufa geben wird.

Wieder mit Gastgemeinde

Die neuen Konzepte sehen vor, dass ein Aussteller-Rat für die gegenseitige Absprache gegründet wird.

«Die regionalen Aussteller sollen gestärkt werden und stärker in den Vordergrund rücken», erklärt Frei. Ausserdem gehöre eine Gastgemeinde wieder in die Ausstellung. «Allenfalls mit einem finanziellen und organisatorisch kleinerem Aufwand», so Frei weiter. «Denn die fehlende Gastgemeinde aus der Region hat bei der letztjährigen Durchführung der Wufa ein Loch hinterlassen.» Das bisher im Rahmen der Wufa stattfindende Wirtschaftsforum erhält ebenfalls ein neues Gesicht.

Inwiefern das Forum und die Wufa-Party separat im Herbst 2011 durchgeführt werden, wird im Frühling 2011 entschieden. Frei ergänzt, dass das Forum im Vergleich zum letzten Jahr gestärkt werden müsse. Der Standort Wil wird nicht in Frage gestellt.

Übernimmt die Regio Wil?

«Die Neuorientierung ist für uns keine einfache Situation», sagt Frei. Man habe sich im Rahmen des Rückgangs an Ausstellern und Besuchern finanzielle Fragen gestellt.

Nötig wurde die Ausarbeitung eines neuen Konzepts aber auch, weil der Verein Wirtschafts- und Lebensraum Wil-Uzwil-Flawil (WUF) vor der Auflösung steht. Flawil wird sich künftig am Wirtschaftsraum Gossau-St. Gallen orientieren. «Deswegen soll der langjährige Patronatsvertrag zwischen der Wufa und dem Verein WUF aufgelöst werden», heisst es in der Medienmitteilung. Die Aufgaben der WUF wird vom Verein Regio Wil übernommen.

Die Wufa sucht nun die Gespräche mit dem Verein über eine mögliche Zusammenarbeit beziehungsweise Patronatsübernahme durch die Regio Wil.

Frage der Notwendigkeit

Lorenz Liechti, Präsident des Vereins Region Wil, erklärt auf Anfrage, dass der Verein WUF in einem Wirtschaftsressort von Regio Wil weiterbetreut werde. Dass das Patronat für die Wufa dadurch übernommen werde, sei denkbar. «Kurzfristige Lösungen können vom Verein aber nicht erwartet werden», so Liechti.

Die Wufa sei zwar identifikationsstiftend für das Gewerbe und die Bevölkerung der Region. Trotzdem müsse aber auch die Frage der Notwendigkeit gestellt werden.

Gemäss Guido Kohler, Präsident des Gewerbevereins Wil und Umgebung, täte es der Agglomeration Wil gut, eine Messe zu haben, «als Zeichen der Wirtschaftskraft der Region Wil». Der Zeitpunkt spiele für ihn keine Rolle, somit kann er sich auch eine regionale Messe im Frühling vorstellen.

Er erwähnt aber auch, dass der Gewerbeverein der Wufa zwar immer die Stange gehalten habe, in der Qualität der Ausstellung aber kontinuierlich eine leichte Tendenz gegen unten festzustellen gewesen sei. Dass keine grosse Euphorie des Wiler Gewerbes gegenüber der Wufa herrscht, zeigte sich auch in diesem Jahr, als man Mühe bekundete, den «Marktplatz» an der Wufa durchzuführen. Schliesslich wurde aufgrund zu wenig Wiler Aussteller darauf verzichtet. Doch für Guido Kohler persönlich sei die Wufa eine gute Messe, die für Wil wichtig ist.

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