Keine Slips für Mister Sexbomb, dafür Rosen für die Damen im Publikum bei Musical-Premiere in Uzwil

Premiere gelungen, das Publikum restlos begeistert: «Gas gibt Kultur» hat mit dem Tom-Jones-Musical, produziert von der Seberg Showproduction, einen mitreissenden Start in die kulturelle Saison hingelegt.

Kathrin Meier-Gross
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Umschwärmt von den Frauen ist Tom Jones zum «Sex-Symbol» geworden und hat den Spitznamen «Tiger» erhalten. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Umschwärmt von den Frauen ist Tom Jones zum «Sex-Symbol» geworden und hat den Spitznamen «Tiger» erhalten. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

«Ganz so beweglich wie die tanzenden Musicalakteure sind wir heute nicht mehr», lachte Eishockeylegende Fredy Leuenberger am Schluss des Events im Gemeindesaal. «Die Musik allerdings, die hat uns in unsere Jugendzeit zurückversetzt.» Hits wie «Delilah», «What`s New Pussycat» oder «Green, Green Grass Of Home» liessen das Publikum in Erinnerungen an vergangene Tage schwelgen. Begleitet wurden die Lieder von einer hervorragenden, vierköpfigen Liveband, die mindestens so grossen Applaus erhielt wie die Sängerinnen und Sänger.

An Biografie gehalten

Der Seberg Showproduction sei viel daran gelegen, sich bei der Biografie von Tom Jones an die Fakten zu halten, erklärte Inhaberin Sina Selensky. Man wolle aufzeigen, wie Thomas John Woodward, geboren 1940 im walisischen Pontybridd, durch die Clubs tingelte und versuchte, seine junge Familie über Wasser zu halten. Selensky erwähnte, wie schwierig es gewesen sei, einen passenden Hauptdarsteller zu finden. Den Anforderungen entsprochen hat der Ungare Thomas Papp. Das Musicalensemble führte denn auch mit gesanglichem und tänzerischem Geschick und einem Augenzwinkern durch die ersten Jahre der Karriere des «Tigers». Tom Jones selbst wurde 2006 von Königin Elisabeth zum Ritter geschlagen, steht immer noch hin und wieder auf der Bühne.

Eröffnet wurde das Musical mit einer Trauungsszene. Ja, Linda und Thomas wollen. Nachwuchs ist auch schon unterwegs. Ein Jahr später, 1958, wird in den Stammclubs der walisischen Bergarbeiter gespielt, getanzt, geflirtet und eben auch gesungen. Hits der grossen Vorbilder wie Cliff Richard, Elvis, Buddy Holly und wie sie alle hiessen. Die Kumpels sagen Tom eine grosse Karriere voraus. Dieser aber ist sich der Verantwortung als Vater bewusst. Um Geld zu verdienen, arbeitet er in einer Papierfabrik und als Vertreter von Staubsaugern. Nach brotlosen Engagements in der Varietégruppe The Misfits und als Frontsänger bei den Senators wird die erste Demoaufnahme produziert. In einer Toilette, weil dort die Akustik gut war.

Ein neuer Manager und der neue, klingende Name «Tom Jones» führen nach einem steinigen Weg schliesslich zum ersten Hit: 1965 ist «It`s Not Unusual To Be Loved By Anyone» tatsächlich in der Hitparade. Tom mutiert zum Star, wird in New York zum «Mister Sexbomb».

Rosen für die Zuschauerinnen

In Uzwil waren zwar keine kreischenden Frauen auszumachen, die Tom ihren Slip zuwarfen, dafür sang das Publikum mit im Walzertakt von «Delilah». Bei «Pussy Cat» überreichte das Ensemble den Besucherinnen Rosen. Wie hatte doch Renato Wyss, Betriebsleiter der technischen Betriebe, bei der Begrüssung gesagt: «Haben Sie Spass und lassen Sie sich mitreissen.» Das Publikum jedenfalls bedankte sich mit Standing Ovations. Dank gebührt auch Susanna Wipf Fischer, welche es ermöglicht, dass in Uzwil solche Produktionen aufgeführt werden. Die nächste folgt am 26. Januar: «Fisch zu viert», eine rabenschwarze Komödie. Linda übrigens, ist Tom bis an ihr Lebensende im Jahr 2016 eine treue Ehepartnerin geblieben.