Keine Rechtswidrigkeiten

WIL. Das kantonale Bildungsdepartement sieht derzeit keine Veranlassung, in die Causa Kathi einzugreifen. «Die Hoheit der Schulorganisation liegt beim Schulträger, also der Gemeinde», sagt Franziska Gschwend, Leiterin Dienst für Recht und Personal im Bildungsdepartement.

Philipp Haag
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WIL. Das kantonale Bildungsdepartement sieht derzeit keine Veranlassung, in die Causa Kathi einzugreifen. «Die Hoheit der Schulorganisation liegt beim Schulträger, also der Gemeinde», sagt Franziska Gschwend, Leiterin Dienst für Recht und Personal im Bildungsdepartement. Aktiv wird der Kanton erst, wenn auf kommunaler Ebene der Auftrag gemäss Volksschulgesetz, die Beschulung der Kinder und Jugendlichen, nicht mehr vollumfänglich gewährleistet ist. Doch dies ist nicht der Fall. Die Mädchen am Kathi erhalten einen der öffentlichen Volksschule gleichwertigen Unterricht.

Das Kathi hat zwar in den Augen des Bildungsdepartements wegen der bestehenden Vereinbarung mit der Stadt Wil teilweise öffentlichen Charakter, bleibt aber dennoch eine Privatschule. «Aus diesem Grund untersteht das Kathi nur sachgemäss dem Volksschulgesetz, indem es als Privatschule einen gleichwertigen, nicht aber einen gleichartigen Unterricht gewährleisten muss», sagt Franziska Gschwend. Die für die öffentliche Volksschule vorgeschriebene Koedukation, also das Beschulen von Mädchen und Knaben in der gleichen Klasse, muss vom Kathi deshalb nicht angewendet werden. Das Kathi untersteht der kantonalen Privatschulaufsicht. In der ausschliesslichen Beschulung von Mädchen sieht Franziska Gschwend kein Problem, «wenn kein Mädchen gezwungen wird, das Kathi zu besuchen beziehungsweise allen Mädchen der Besuch einer öffentlichen Schule offen steht, in der koedukativ unterrichtet wird».

Dass der Vertrag der Stadt Wil mit dem Kathi das Gleichstellungsgesetz oder die Kantons- und Bundesverfassung verletzen könnte, ist für sie nicht ersichtlich. Bei einer groben Durchsicht des Entwurfs des Nachtrags zum 1997 genehmigten Kathi-Vertrag durch den Rechtsdienst des Bildungsdepartementes seien keine offensichtlichen Rechtswidrigkeiten zutage getreten.

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