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Keine Medaillen für Weltmeister

Die Trophäen gehörten am Freitag den Lernenden der Degersheimer Oberstufe, die nach den Vorgaben von «Kodex» auf Suchtmittel verzichtet hatten. Den Weltmeistern im Tischfussball blieb bloss der Applaus.
Andrea Häusler
Wettkampffieber an den «Töggelikästen»: Filip Kubiatowicz verblüffte mit Tempo und Spielintelligenz. (Bilder: Andrea Häusler)

Wettkampffieber an den «Töggelikästen»: Filip Kubiatowicz verblüffte mit Tempo und Spielintelligenz. (Bilder: Andrea Häusler)

DEGERSHEIM. Zu feiern gab es mehreres, am Freitagabend im Degersheimer Oberstufenschulhaus. Einerseits hatten 39 Jugendliche geschafft, während einem oder mehrerer Jahre auf den Konsum von Suchtmitteln zu verzichten, was ihnen die Anerkennungsurkunden von «Kodex» einbrachte. Anderseits konnte der örtliche Kodex-Verein auf sein fünfjähriges Bestehen zurückblicken. Entsprechend viel Prominenz hatte sich in der Aula des Oberstufenschulhauses eingefunden: der Gründer und Präsident der Kodex-Stiftung Hubert Ruf etwa oder eben die x-fachen Weltmeister im Tischfussball, Cindy und Filip Kubiatowicz-Moser aus Dietikon. Letztere nützen die Gelegenheit, ein bisschen Werbung für ihren – in der Schweiz nach wie vor brotlosen – Sport, aber auch die vor kurzem gegründete Eventagentur «Foos» zu machen. Vor allem jedoch luden sie im Anschluss an den offiziellen Teil zum «Töggele». Die Jugendlichen liessen sich nicht zweimal bitten – deren Eltern erst recht nicht.

Mehr als Suchtprävention

Werbung machte auch Hubert Ruf. Nicht für Sport, sondern für sein dreistufiges Präventions-Programm Kodex, das während seiner Tätigkeit als Sprachlehrer in Lima geboren worden ist und heute pro Jahr durchschnittlich 6000 Jugendliche aus sechs Kantonen dazu motiviert, freiwillig auf Alkohol, Drogen, Tabak und den missbräuchlichen Konsum von Medikamenten zu verzichten. Bereits weit über 30000 junge Menschen hätten seither ausgezeichnet werden können, sagte Ruf. Auch dank dem Engagement der insgesamt 32 Kodex-Vereine. Im Herbst 2010 hatte sich der Degersheimer Verein in den Reigen der regionalen Kodex-Organisationen eingereiht. «Die Auszeichnungsfeier biete nun den geeigneten Rahmen, das fünfjährige Bestehen nachträglich zu feiern», sagte dessen Präsidentin, Heidi Saxer. «Kodex» stehe für Verzicht auf Suchtmittel, bewirke jedoch weit mehr. «Weil die Abstinenz auf Vertrauensbasis erfolgt und die Jugendlichen jederzeit aussteigen können, trägt das Projekt auch zur Gewissensbildung und Stärkung der Selbstverantwortung bei.»

39 Auszeichnungen

Trotz «Jubiläumsfreude», hohem Besuch und Action an den drei «Töggelikästen», vor der Bühne standen letztlich die 39 Jugendlichen im Mittelpunkt, die sich mit ihrem suchtfreien Verhalten eine Auszeichnung verdient hatten. 22 Schülerinnen und Schüler durften die bronzene Anerkennung für ihren einjährigen Verzicht entgegennehmen, 14 die silberne für zwei Jahre und 3 die goldene. Für die Goldmedaillengewinner Gabriel Herter, Oscar Lesniak und Anina Manhart ist das Projekt nach drei Jahren – bis auf die traditionelle Pflanzung des Lebensbaums – zu Ende. Alle anderen können ein weiteres Jahr anhängen, die nächste «Kodex»-Stufe anstreben und damit vor allem sich selbst etwas Gutes tun.

Hubert Ruf Gründer und Präsident der Kodex-Stiftung

Hubert Ruf Gründer und Präsident der Kodex-Stiftung

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