Keine Intercitys mehr in Wil

Wenn im Jahr 2019 der nächste grosse Fahrplanausbau verwirklicht wird, profitiert Wil kaum. Zwar bleibt der Halbstundentakt im Fernverkehr bestehen, Intercitys halten aber keine mehr.

Simon Dudle
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Der Intercity Genf–St. Gallen im Bahnhof Wil. Ab 2019 werden die Züge dieser Kategorie in der Äbtestadt nicht mehr anhalten. (Bild: Simon Dudle)

Der Intercity Genf–St. Gallen im Bahnhof Wil. Ab 2019 werden die Züge dieser Kategorie in der Äbtestadt nicht mehr anhalten. (Bild: Simon Dudle)

WIL. Seit geraumer Zeit stand die Frage im Raum, ob in Wil ab dem Jahr 2019 noch Intercity-Züge anhalten. Nun ist sie beantwortet – mit Nein. Was aber nicht heisst, dass die Äbtestadt vom Fernverkehr abgehängt wird. Auch ab 2019 gibt es in Wil je eine halbstündliche Schnellzug-Verbindung nach St. Gallen und Zürich. Es handelt sich aber nicht mehr um Intercitys, sondern Interregios. Die Fahrzeit in die Grossstädte wird sich höchstens geringfügig verändern. Wohin diese Interregios ab Zürich Richtung West verkehren, wird derzeit geprüft. «Die Züge werden weiterfahren. Entweder nach Basel, Biel oder Bern», sagt SBB-Mediensprecherin Lea Meyer auf Anfrage.

Ein Unterschied zum heutigen Fahrplan: Beide schnellen Züge pro Stunde halten in Uzwil und Flawil. Bis anhin war das nur in der Hälfte aller Fälle so. Der Intercity wird künftig ein zusätzlicher, schnellerer Zug sein. Dieser hält zwischen Winterthur und St. Gallen nicht an und wird es schaffen, weniger als eine Stunde nach der Abfahrt in Zürich in St. Gallen zu sein.

Vorschläge fanden kein Gehör

In Wil hält sich die Freude über diese Neuerung in engen Grenzen, war man doch erpicht, auch an den Verbesserungen teilhaben zu können. Das Zürcher Planungsbüro Jud hatte im September 2012 drei Varianten präsentiert, wie Wil besser an den Fernverkehr angebunden werden könnte. Eine Variante sah vor, statt auf den Halt in Wil auf jenen in Zürich-Flughafen zu verzichten. Die zweite beinhaltete, die von Zürich her kommenden Züge in Winterthur zu teilen, den vorderen Teil ohne Halt nach St. Gallen fahren zu lassen, den hinteren mit Halt in Wil, Uzwil, Flawil und Gossau. Die dritte Variante sah eine S11 vor, deren vorderer Teil zwischen Winterthur und Wil nicht anhält, der hintere dafür an jedem Bahnhof. Diese Ideen hatten einen Haken: Um sie umzusetzen, hätte der Fahrplan des Zürcher Verkehrsverbundes angepasst werden müssen – ein zu grosser Einschnitt. Der zuständige Wiler Stadtrat Marcus Zunzer sagt: «Die drei Varianten haben sich für den Moment erledigt. Allenfalls gibt es die Möglichkeit, bei einem späteren Ausbau wieder auf sie zurückzukommen.»

Ohne Umsteigen nach Brugg

Der Fahrplanwechsel 2019 bringt für Wil aber auch positive Veränderungen. Auf der Strecke Wil–Weinfelden wird zwischen 6 und 24 Uhr durchgehend ein Halbstundentakt eingerichtet. Bisher ist dies «nur» zur Hauptverkehrszeit der Fall. Die S12, die derzeit von Brugg über Zürich nach Winterthur fährt, wird ab 2019 im Stundentakt nach Wil verlängert. Zusammen mit der stündlichen S35, die zwischen Winterthur und Wil verkehrt, ergibt sich auf dieser Strecke weiterhin ein durchgehender Halbstundentakt.

Das Angebot der Frauenfeld-Wil-Bahn wird – zumindest zu den Hauptverkehrszeiten – zum Viertelstundentakt verdichtet, mit guten Anschlüssen in Frauenfeld und Wil. Um dies umzusetzen, wird beim Bahnhof Lüdem für 2,7 Millionen Franken genauso eine Kreuzungsstelle errichtet wie in Wängi-Jakobstal für 4,6 Millionen Franken.

Marcus Zunzer Stadtrat Wil, Departementsvorsteher Bau, Umwelt und Verkehr (Bild: Ursula Ammann)

Marcus Zunzer Stadtrat Wil, Departementsvorsteher Bau, Umwelt und Verkehr (Bild: Ursula Ammann)

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