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Keine Insel für Glückselige: Das waren die Wohlfühltage in Wil

Die Wohlfühltage im Wiler Stadtsaal waren zu umfassend, um sich wohl zu fühlen.
Christof Lampart
Den Besuchern der Wohlfühltage wurde eine breite Palette an Dienstleistungen, Vorträgen und Workshops angeboten. Bild: Christof Lampart

Den Besuchern der Wohlfühltage wurde eine breite Palette an Dienstleistungen, Vorträgen und Workshops angeboten. Bild: Christof Lampart

45 Ausstellende fanden sich übers Wochenende in der Äbtestadt ein, um den Wilerinnen und Wilern «Raum für Bewusstsein» zu geben und den «Spirit des Miteinanders» zu vermitteln, wie das Programmheft der Wohlfühltage gar ein wenig arg pathetisch ankündigte.

Aber das Klappern gehört ja bekanntlich nun einmal zum erfolgreichen Handwerk und will gelernt sein. Jedoch legten viele der freundlich dauerlächelnden Vertreterinnen und Vertreter einen Eifer an den Tag, der mehr dem Habitus eines halbwegs geübten Marktschreiers als dem eines geschickt auf seine Chance wartenden Verkäufers ähnelte. Wer auch nur in die Nähe mancher Stände kam, dem wurden gleich Hände voller Broschüren oder Werbeartikel entgegengestreckt.

Das Drehen einer gemütlichen, ersten Inforunde durch die Ausstellung, ohne Anhalten zu müssen, war praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Manchmal fing das Personal schon von den Vorzügen der dargebotenen Dienstleistungen an zu reden, bevor man selbst realisierte, dass man als Adressat gemeint war – schliesslich hatte man in eine ganz andere Richtung geblickt. So viel zum Thema Wohlfühlen.

Versprechungen über Versprechungen

Aloe Vera-Produkte, Biobaumwolldecken, ätherische Öle, ein Luftreinigungssystem, Heilen durch Farben, Edelsteine. Sollte man vielleicht doch einmal das «Gesichtslesen» ausprobieren? Sich vom Medium die Kar- ten legen lassen? Oder gar herausfinden, wie sich «intuitives Trance Healing» («finde heraus, wie sich eine Zusammenarbeit mit übernatürlichen Kräften anfühlt») aufs eigene körperliche und geistige Wohl auswirkt?

Monica Kummer, eine Grafikerin aus Allenwinden (Zug), bot als «Bildermedium» den Besuchern an, mit Buntstiften eine «Color ID» von ihnen zu zeichnen. «Farben machen Gefühle sichtbar, fördern die Konzentration und regen zu neuen Sichtweisen an», sagt die Innerschweizerin.

Es ist eine von vielen Versprechungen, die in diesen Tagen im Stadtsaal ausgesprochen werden. Gab es da nicht irgendwo ein Angebot, das einen von aufkeimenden Kopfschmerzen befreien wollte? Klar könnte man einen der vielen Vorträge besuchen, um nun wirklich danach zu wissen, was man schon immer einmal ausprobiert haben sollte, obwohl man es nicht vermisst hatte.

«Es muss nicht alles jedem gefallen»

Doch die Flut an gut gemeinten Informationen ist einfach zu gross, um sie als Themen-Laie wirklich filtern zu können. So umfasst das Angebot neben den Bereichen des bewussten Lebens und Wohnens auch Aspekte wie Gesundheit, Heilung, Persönlichkeitsentwicklung, Kinderbegleitung sowie Ausbildung und Reisen.

Für den Gründer und Organisator der Wohlfühltage, Marco Rossi, Luzern, ist gerade diese Vielfalt ein «sehr wichtiger Aspekt» und Baustein fürs eigene Erfolgsrezept. «Wir wollen den Besucherinnen und Besuchern der Wohlfühltage eine Auswahl bieten, bei der fast jeder und jede etwas für sich Wichtiges finden kann. Es muss nicht alles jedem gefallen, aber man kann sich da und dort vielleicht an einem Ort besonders Wohlfühlen», so Rossi.

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