Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Glosse

Plakate und Slogans der Parteien: Keine Hilfe bei den Wahlen

Pizza zum Zmittag, oder doch Älplermagronen? Eine Frage, welche die meisten intuitiv beantworten können. Ein Abwägen von Pro und Kontra ist dafür kaum nötig. Bei den Wahlen der Volksvertreter in Bern hingegen scheinen sich viele schwerzutun mit einer Entscheidung.
Gianni Amstutz
Das Ziel der Nationalratskandidatinnen und -kandidaten: das Bundeshaus in Bern. (Bild:Benjamin Manser)

Das Ziel der Nationalratskandidatinnen und -kandidaten: das Bundeshaus in Bern. (Bild:Benjamin Manser)

Nur rund jeder Zweite gibt seine Stimme ab. Woran das liegt, kann man nur mutmassen. Wer sich mit den Wahlen auseinandersetzt, dem stehen heute genügend Mittel zur Verfügung, jene Kandidaten zu finden, mit denen er das Heu auf derselben Bühne hat.

Gianni Amstutz

Gianni Amstutz

Wer diese Zeit jedoch nicht investieren will, dem bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten. Denn die Wahlkampfslogans sind für die Entscheidungsfindung etwa so hilfreich wie ein Taucheranzug auf dem Säntis. Oder wer will schon nicht «frei und sicher» sein (SVP) sowie tiefere Krankenkassenprämien (SP)?

Auch die Slogans «Möglich machen» (FDP) und «Du willst mehr» (CVP) hinterlassen mehr Fragen, als dass sie zum Wählen dieser Parteien anregen würden. Was soll durch die FDP möglich gemacht werden? Der Linksrutsch wird es ja wohl kaum sein. Und von was bitteschön will der Wähler mehr, liebe CVP? SVP-Bundesparlamentarier? Geld? Steuern bezahlen? Die Grünen werben mit dem Slogan «Unser Klima, deine Wahl» für sich. Auch nicht gerade das höchste der Gefühle in Sachen Kreativität. Dass die Grünen für die Umwelt einstehen, lässt sich schliesslich bereits am Namen der Partei erkennen.

Keine Hilfe bieten die Wahlplakate der Kandidatinnen und Kandidaten. Austauschbar wie Sandkörner in der Wüste lächeln einem alle Politiker breit grinsend entgegen. Betrachtet man die Auftritte der Parteien und ihrer Kandidatinnen und Kandidaten, so muss festgestellt werden: Kreativität ist definitiv keine Eigenschaft, die in Bundesbern gefragt zu sein scheint.

So kommt der Wähler nicht umhin, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Vielleicht ist das auch gut so. Denn die Wahl, wer in den nächsten vier Jahren die Geschicke der Schweiz bestimmt, sollte nicht intuitiv aufgrund eines schicken Fotos oder eines knackigen Slogans getroffen werden. Solche Entscheidungen, bei denen man sich auf sein Bauchgefühl verlässt, können getrost der Frage «Pizza oder Älplermagronen?» vorbehalten bleiben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.