Keine Chance für Maskendiebe in Wil und Wattwil: «Wir waren schon vorher zurückhaltend»

In der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg sind keine Spender für Desinfektionsmittel und Masken aufgestellt.

Hans Suter
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In den Spitälern Wil (Bild) und Wattwil gibt es Informationen zu den Verhaltensregeln, nicht aber Schutzmasken und Desinfektionsmittelspender.

In den Spitälern Wil (Bild) und Wattwil gibt es Informationen zu den Verhaltensregeln, nicht aber Schutzmasken und Desinfektionsmittelspender.

Bild: Hans Suter

Das Corona-Virus hat die Spitäler Wil und Wattwil nicht im Griff. Auswirkungen auf den Betrieb hat es dennoch. Am Haupteingang, noch bevor man das Spital betritt, wird auf einem Anschlag auf die wichtigsten Verhaltensregeln hingewiesen, wie sie vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) schweizweit verbreitet werden. Eine davon lautet, bei Fieber und Schnupfen nicht ohne vorherige telefonische Anmeldung den Hausarzt oder den Notfall anrufen.

Barbara Anderegg, Leiterin Kommunikation der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SRFT).

Barbara Anderegg, Leiterin Kommunikation der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SRFT).

Reto Martin

Wie gut hält man sich in der Bevölkerung daran? «Eigentlich sehr gut», sagt Barbara Anderegg, Leiterin Kommunikation der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SRFT). «Die meisten sind sehr diszipliniert.» Bis Montag seien noch viele Anfragen mit wenig spezifischen Fragen eingegangen. «Mittlerweile sind die Anrufe deutlich weniger geworden, und wer anruft, stellt meistens konkrete Fragen. Die Infokampagne des BAG zeigt wohl Wirkung.»

Händedesinfektionsmittel wurden entfernt

Wer das Spital in Wattwil oder Wil betritt, dem sticht sogleich ins Auge: Es gibt im Eingangsbereich weder Desinfektionsmittel noch Schutzmasken. Warum ist das so? «Wir waren schon vor dem Corona-Virus zurückhaltend mit Desinfektionsmittelspendern in den öffentlichen Bereichen», begründet Barbara Anderegg. «Wird das Mittel nicht sachgerecht angewendet, so hilft es wenig, sondern vermittelt vielmehr eine Scheinsicherheit. Wir empfehlen daher ebenso wie das BAG das gründliche Händewaschen.» Das helfe am effizientesten und zuverlässigsten und trage dazu bei, dass das Desinfektionsmittel dort zur Verfügung stehe, wo es unbedingt gebraucht werde.

Das Risiko der Entwendung von Desinfektionsmitteln und Masken steige natürlich, wenn diese Artikel – wie jetzt – nicht mehr im Handel erhältlich sind. Ein Spital müsse sicherstellen, dass seine limitierten Bestände bei Anwendungen zum Einsatz kommen können, bei denen sie zwingend erforderlich sind. «Da auch die Spitäler von den Lieferengpässen bei diesen Artikeln betroffen sind, haben wir vorsorglich Massnahmen ergriffen, um unsere Vorräte möglichst schonend einzusetzen und das Risiko von Entwendungen zu minimieren.»

Intern können diese Artikel laut Anderegg nicht mehr frei bestellt werden, sondern müssen über eine zentrale interne Abgabestelle bezogen werden. Aus allen öffentlichen Bereichen sei zudem das Händedesinfektionsmittel entfernt worden.

Thurvita reagiert auf das Corona-Virus

Informationsveranstaltung abgesagt

In den Heimen der Thurvita gibt es gemäss einer aktuellen Medienmitteilung weder bestätigte Fälle noch Verdachtsfälle auf eine Corona-Virus-Erkrankung. Es bestehe aber das Risiko, dass sich das Virus in der Schweiz weiter verbreite. Um die Bewohnenden in den Thurvita-Häusern vor dem Corona-Virus zu schützen, wird die für 9. März geplante Veranstaltung «Spitaleintritt – und nie wieder heim?» auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Ebenso seien Angehörige und Mitarbeitende über die Vorsichtsmassnahmen gemäss Kampagne «So schützen wir uns» informiert worden.
Thurvita bittet Angehörige, von einem Besuch abzusehen, wenn sie Krankheitssymptome zeigen oder kürzlich Risikogebiete bereist haben. (red)