Keine Besiedelung des Skiliftareals

Die Bevölkerung Degersheims hat sich zum gemeinderätlichen Konzept über die räumliche Entwicklung der Gemeinde vernehmen lassen. Gemeindepräsidentin Monika Scherrer spricht von einem «erfreulichen Echo und guten Anregungen».

Andrea Häusler
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Das Zentrum von Degersheim soll, mit Rücksicht auf das historische Erbe, aufgewertet, belebt und verkehrsberuhigt werden. So zumindest sieht es das vorläufige Entwicklungskonzept vor. (Bild: Andrea Häusler)

Das Zentrum von Degersheim soll, mit Rücksicht auf das historische Erbe, aufgewertet, belebt und verkehrsberuhigt werden. So zumindest sieht es das vorläufige Entwicklungskonzept vor. (Bild: Andrea Häusler)

DEGERSHEIM. Wie sich die Degersheimerinnen und Degersheimer die Entwicklung ihrer Wohngemeinde vorstellen und ob die Ideen, die zur Vernehmlassung unterbreitet worden sind, auf Gegenliebe stiessen, ist nach Ablauf der Eingabefrist erst inoffiziell bekannt. Die Anregungen aus der Bevölkerung müssten nun im Gemeinderat behandelt werden, sagt Gemeindepräsidentin Monika Scherrer. Erst dann würden die Ergebnisse kommuniziert – wahrscheinlich im Herbst.

Der Gemeinderat ist dabei, die Ortsplanungsinstrumente (Richtplan, Zonenplan, Baureglement und Schutzverordnung) zu überprüfen und durch ein neues Planungswerk abzulösen. Das räumliche Entwicklungskonzept, zu dem die Bevölkerung in den vergangenen Wochen Stellung beziehen konnte, ist ein Zwischenergebnis der laufenden Arbeiten zur Revision der Ortsplanung. Es umfasst unter anderem auch Ideen, die aus der Volksbefragung im Frühling hervorgegangen sind, und soll die Richtung aufzeigen, in die sich Degersheim in den nächsten 15 Jahren entwickeln soll.

Verschiedene Strategien

Das Entwicklungskonzept berücksichtigt zentral die Historie und die strukturellen Unterschiede der Ortsteile Wolfertswil, Magdenau und Degersheim. In Degersheim wird eine bauliche Verdichtung nach innen angestrebt, wobei die Gebiete um den Bahnhof und entlang der Hauptstrasse Priorität haben. Für die Wohnraumentwicklung sind die bestehenden Reserven innerhalb der Bauzone mittelfristig hinreichend, heisst es im Konzeptentwurf. Langfristig seien Neueinzonungen etwa im Gebiet Taa denkbar. Mischnutzungen sieht das Konzept beidseits der Dorfzufahrten vor, allenfalls auch im Fuchsacker und beim Bahnhof. Degersheim will sich trotz der schneearmen Winter weiterhin zum Skibetrieb bekennen und schliesst eine Siedlungsentwicklung in diese Gebiete aus. Unabdingbar für eine massvolle Entwicklung des Gewerbe- und Industriestandorts jedoch seien Neueinzonungen oder Flächenverlagerungen, z. B. im Gebiet Bühlstrasse.

Zentrum aufwerten

Das Gebiet nördlich der Degersheimer Hauptstrasse ist Ortsbildschutzgebiet. Ziel der Planung ist es, dieses durch eine Fachperson überprüfen zu lassen und dabei eine Interessenabwägung vorzunehmen: «Qualitative Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des heutigen Bestandes sind in den potenziellen Verdichtungsgebieten, aber auch im Ortsbildschutzgebiet zu ermöglichen», heisst es.

Weilerzone prüfen

Moderat soll die Wohnentwicklung in Wolfertswil sein. Raum für Klein- und Mittelbetriebe gelte es an den Hauptachsen und ums Dorfzentrum zu planen. Neueinzonungen für Industriebetriebe schliesst der Entwurf aus. Ausserhalb der Bauzonen soll zur Erhaltung der baulichen Strukturen eine Weilerzone geprüft werden, die allerdings eine Anpassung des kantonalen Richtplans bedingte. Zum Schutz der Landschaft sowie der landwirtschaftlichen Produktionsgrundlagen sieht das Konzept klare Siedlungsbegrenzungen vor (Lindenhof, Winterhalde, Sennrüti, Käh und Mülirain). Im Ifang soll eine Intensivlandwirtschaftszone für den Bau eines Schweinemastbetriebs, im Gebiet Wolfhag eine Intensiverholungszone geprüft werden.

Veloweg nach Degersheim

Im Verkehrsbereich drängen sich Massnahmen zur Verbesserung der Schulwegsicherheit zwischen Bubental, Wolfertswil und Degersheim auf, wo Velowege geprüft werden sollen. Da die heutigen Erschliessungsdefizite im öffentlichen Verkehr am Rande Degersheims kaum zu beheben sind, liegt der konzeptionelle Fokus auf der Förderung alternativer Mobilitätsangebote.

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