«Kein unbedachter Leistungsabbau»

Der Stadtrat hat im Rahmen des Projekts «Effizienz+» den Auftrag für eine gesamtstädtische Aufgaben- und Leistungsüberprüfung erteilt. Dies soll dabei helfen, das strukturelle Defizit zu beseitigen.

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WIL. Im Bericht und Antrag zum Voranschlag 2014 hat der Stadtrat für die Stadt Wil ein jährliches, strukturell bedingtes Defizit von rund 2,5 Millionen Franken angezeigt, insbesondere hervorgerufen durch die Auswirkungen der kantonalen Sparpakete I und II sowie infolge der Revision des Finanzausgleichsgesetzes und des Gesetzes über die Pflegefinanzierung. Um dieses strukturelle Defizit zu beseitigen und die weitere Konsolidierung nach der Gemeindevereinigung Wil-Bronschhofen per 1. Januar 2013 fortzuführen, hat der Stadtrat den Auftrag für eine gesamtstädtische Aufgaben- und Leistungsüberprüfung erteilt.

Kein Sparprogramm

Dieses Projekt, welches den Titel «Effizienz+» trägt, wird mit externer Unterstützung durch Pricewaterhouse Coopers (PwC) durchgeführt. «Die Prozesse und Strukturen der Verwaltung sollen mit diesem Projekt optimiert werden, wobei Leistungen der Stadt Wil nicht unbedacht abgebaut werden sollen. Es handelt sich in diesem Sinne nicht um ein Sparprogramm, vielmehr geht es darum, unter Einbezug von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowohl auf der Ausgaben- wie auch auf der Einnahmenseite nachhaltige Massnahmen umsetzen zu können», so Stadtpräsidentin Susanne Hartmann. Im Rahmen von «Effizienz+» soll der Grundstein für eine Behebung des strukturellen Defizits gelegt werden.

Detailkonzeption ab Juni

Im vergangenen Jahr wurde durch ein Projektteam das detaillierte Konzept für die Aufgaben- und Leistungsüberprüfung erarbeitet. Am vergangenen Dienstag fand die Informations- und Kick-off-Veranstaltung mit allen städtischen Mitarbeitenden statt. Mit diesem Kick-off wurde die erste Phase des Projektes gestartet. Eine zweite Phase von März bis April wird in ein oder zwei Interviewblöcken mit den Mitgliedern des Stadtrats sowie Verwaltungsmitarbeitenden durchgeführt. Dabei werden Ausgaben- und Einnahmenprofile ebenso analysiert wie die Strukturen der Verwaltung, wobei auch Erkenntnisse und Erfahrungswerte aus ähnlichen Projekten einfliessen sollen. Ziel dieser zweiten Phase ist die Identifikation und Grobkonzeption von Optimierungsmassnahmen in den drei Dimensionen Kosten, Prozesse und Strukturen. Basierend darauf soll zuhanden des Stadtrats eine Liste möglicher Massnahmen in der Grössenordnung von fünf bis sechs Millionen mit Prioritäten und einer Grobeinschätzung der Umsetzbarkeit erstellt werden. Aus dieser Auflistung wählt schliesslich der Stadtrat Massnahmen aus, die in einer dritten Phase ab Juni im Rahmen der Detailkonzeption weiter bearbeitet werden sollen. Nach einer Konkretisierung des Potenzials sowie der Planung der Umsetzungsschritte ist sodann die fallbezogene Umsetzung der ausgewählten Massnahmen direkt durch den Stadtrat oder via Parlament vorgesehen.

Mitarbeitende mit einbeziehen

An der Kick-off-Veranstaltung wurde seitens der Projektgruppe aus Vertretern von PwC und der Stadt Wil betont, dass in der Grobkonzeption bewusst alles angedacht werden dürfe und eine Filterung sowie inhaltliche Beurteilung erst anschliessend beim Stadtrat erfolge. In dieser Phase sollen auch mutige Anstösse und Ideen zusammengetragen werden – erst in einer späteren Phase werden diese Hypothesen geprüft, weiterentwickelt und diskutiert. Anschliessend sollen dann daraus konkrete Massnahmen abgeleitet werden – stets unter Einbezug der Dienst- und Fachstellen. «Für das Projekt sind dem Stadtrat vor allem drei Dinge wichtig: Wir setzen auf die Mitwirkung aller – die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung und der städtischen Betriebe sind die Fachpersonen, niemand kennt die Stadtverwaltung, ihre zahlreichen Aufgaben und vielfältigen komplexen Leistungen so gut wie die Personen, die darin tätig sind», betonte Stadtpräsidentin Susanne Hartmann. Ebenso wichtig sei es, dass das Projekt auf breiter Basis abgestützt sei. «Nur wenn ein solches Projekt wirklich mitgetragen wird und alle einbezogen werden, kann es auch erfolgreich durchgeführt werden. Und schliesslich setzt der Stadtrat auf zeitgerechte Information, die alle Personen mit einbezieht», zeigte Susanne Hartmann weiter auf. (sk)

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