Kein Sitz im Kathi-Stiftungsrat

Der Stadtrat legt die überarbeitete Version des Nachtrags zum Kathi-Vertrag vor. Die geforderte Einsitznahme der Schulratspräsidentin in den Stiftungsrat der Mädchenschule ist nicht enthalten. Ein Gremium soll gebildet werden.

Philipp Haag
Drucken
Teilen

WIL. Die Causa Kathi geht in die nächste Runde: Der Stadtrat hat den Nachtrag zum Vertrag mit der Mädchensekundarschule überarbeitet und legt die modifizierte Version nun vor. Die Anpassungen erfolgen auf Anweisung des Parlaments. Die Volksvertreterinnen und Volksvertreter hatten im September den Annex zum Kathi-Vertrag auf Antrag der Grünen Prowil zurückgewiesen. Die Rückweisung war Ausdruck eines nach wie vor herrschenden Misstrauens. Mit dem Zusatz möchte der Stadtrat den Übergang zu einer neuen Vereinbarung mit dem Kathi regeln. Der neue Vertrag wird in Zusammenarbeit mit dem Kathi-Stiftungsrat innerhalb des Projekts «Schule 2020» erarbeitet.

Einsitznahme nicht erforderlich

Ein zentraler Punkt, den die Parlamentarierinnen und Parlamentarier im Vertragsnachtrag fixiert haben möchten, ist die Einsitznahme der Schulratspräsidentin in den Stiftungsrat der Schule St. Katharina. Der Stadtrat lehnt eine derartige Einsitznahme ab respektive er erachtet sie nicht als erforderlich, wie er im nun vorliegenden Antrag schreibt. «Die Stadt Wil steht mit der Stiftung ausschliesslich in Verbindung durch die Beschulung von Wiler Sekundarschülerinnen an der Mädchenschule St. Katharina und verfolgt keinen weiteren Bezug zur Stiftung», begründet die Stadtregierung. Dem Anliegen nach Erhöhung der Transparenz möchte die Exekutive trotzdem Rechnung tragen. Sie schlägt zwei Massnahmen vor, eine strategische und eine operative. Einerseits soll ein Gremium gebildet werden aus Vertretungen des Departements Bildung und Sport sowie des Kathi, «das sich regelmässig mit Themen befasst, welche den Schulbetrieb der Mädchensekundarschule betreffen». Anderseits legt die Stiftung neben der Schulrechnung dem Stadtrat und der Geschäftsprüfungskommission die Rechnung der Stiftung vollumfänglich offen.

Ebenfalls nicht dem genauen Wortlaut des Antrags entspricht die Vorlage beim Öffentlichkeitsprinzip. Während die Parlamentsmitglieder verlangen, die Stiftung dem Öffentlichkeitsprinzip zu unterstellen, untersteht im stadträtlichen Antrag lediglich die Mädchenschule dem kantonalen Öffentlichkeitsgesetz. Der Grund: Eine Nachfrage beim Kanton habe ergeben, dass die Mädchenschule dem Öffentlichkeitsprinzip unterstehe, «nicht jedoch die Stiftung», wie der Stadtrat schreibt.

Eine Forderung seitens des Parlaments betrifft das Schulgeld. Im Vertrag soll für die jährlichen Schulgeldzahlungen pro Schülerin eine angemessene Obergrenze festgelegt werden. Das Schulgeld beträgt derzeit 19 000 Franken pro Jahr. Der Stadtrat entschied sich für die Nennung einer Bandbreite von 19 000 bis 22 000 Franken. Da das Schulgeld auf kantonalen Regelungen basiert, fliessen bei der Entwicklung sowohl die Besoldungsentwicklung der Lehrpersonen als auch die veränderten kantonalen Rahmenbedingungen ein. Es muss in den nächsten Jahren mit einem Anstieg gerechnet werden. Der Stadtrat rechnet für das Schuljahr 2022/23 – so lange darf der Übergangsvertrag maximal laufen – mit einem Betrag von mehr als 21 000 Franken.

Schulgeld für alle

Im angepassten Vertragszusatz erneut enthalten ist die Übernahme des Schulgeldes für die Mädchen aus Bronschhofen/Rossrüti. Ihnen ist der Zugang zum Kathi erschwert. Bei einer Annahme des Annex wird die Ungleichbehandlung ausgemerzt. Die Vorlage gelangt im Februar 2016 ins Parlament.