Kein Rücktritt als Gemeinderat

Nach der Wahl von FDP-Kantonsrat Marc Mächler in die St. Galler Regierung rückt nun der 51jährige Flawiler Bankfachmann Erich Baumann als erster Ersatz nach. Ob er dafür sein Amt als Gemeinderat aufgibt, lässt er noch offen.

Andrea Häusler
Drucken
Teilen
Tritt die Nachfolge des neuen Regierungsrats Marc Mächler im Kantonsrat an: der Flawiler FDP-Gemeinderat Erich Baumann. (Bild: Andrea Häusler)

Tritt die Nachfolge des neuen Regierungsrats Marc Mächler im Kantonsrat an: der Flawiler FDP-Gemeinderat Erich Baumann. (Bild: Andrea Häusler)

Herr Baumann, wie haben Sie den Wahlsonntag am vergangenen Wochenende erlebt. Nervös?

Erich Baumann: Gespannt. Weniger meinetwegen als aufgrund der aussichtsreichen Regierungsratskandidatur von Marc Mächler.

Seine Wahl ebnet Ihnen nun den Weg in den Kantonsrat. Nehmen Sie die Wahl an?

Baumann: Ja, selbstverständlich möchte ich das tun. Die jüngste war meine dritte Kantonsratskandidatur, die ernsthafteste und – aufgrund der Konstellation – wohl auch die aussichtsreichste. Nach meiner knappen Nichtwahl stieg natürlich die Chance, dass ich, als erster Ersatz, irgendwann im Laufe der Legislatur nachrücken würde. Ganz unvorbereitet geriet ich also nicht in die heutige Situation.

Wie lässt sich das neue Amt mit Ihrem Beruf und der politischen Tätigkeit als Gemeinderat vereinbaren?

Baumann: Ob dies überhaupt möglich ist und wenn ja unter welchen Voraussetzungen, ist noch nicht abschliessend geklärt. Insbesondere hat das Kantonsratsmandat ja Auswirkungen auf die zeitliche Präsenz am Arbeitsplatz – in jener Bank übrigens, deren Hauptaktionär ausgerechnet der Kanton ist.

Der Rücktritt als Gemeinderat ist also ein Thema?

Baumann: Zurücktreten möchte ich ich nicht. Ich will mindestens die laufende Legislaturperiode beenden. Diese dauert noch bis zum Ende dieses Jahres. Aber ich werde mich tatsächlich entscheiden müssen, ob ich nochmals kandidiere.

Ist es denn überhaupt sinnvoll, auf kommunaler und gleichzeitig kantonaler Ebene ein Exekutivamt zu bekleiden?

Baumann: Unbedingt. Da gibt es sehr viele Synergien. Eine Vielzahl von Problemen, die auf Gemeindeebene beschäftigen, muss schliesslich der Kanton lösen. Ich bin überzeugt, dass das Wissen und die Erfahrungen, die ein Kommunalpolitiker einbringen kann, wertvoll sind.

Was erwarten Sie von der Arbeit im Kantonsparlament?

Baumann: Als Gemeinderat schätze ich die Nähe zur Bürgerschaft. Die Parlamentsarbeit auf Kantonsebene ist politisch eine völlig neue Dimension. Darauf freue ich mich. Auch auf die Möglichkeiten der Vernetzung, die mir auch menschlich mit Sicherheit einiges bringen wird.

Wissen Sie bereits, wo Sie Schwerpunkte setzen möchten?

Baumann. Mit welchen Themen ich mich im einzelnen beschäftigen werde, hängt nicht zuletzt von den Kommissionen ab, in denen ich tätig sein werde. Da bin ich völlig offen und auch gespannt. Ich war immer schon ein Allrounder, interessiert hinzuzulernen, in verschiedenen Bereichen neue Erfahrungen zu sammeln und motiviert, mein Wissen aus Politik und Beruf einzubringen. Themen wie Bildung und Finanzen liegen mir verständlicherweise aber besonders nahe.

Aktuelle Nachrichten