Kein Platz für Fahrende

Halteplätze für Fahrende sind in der Region Wil und im ganzen Kanton St. Gallen ein rares Gut. Auch in Kirchberg sieht es nicht besser aus.

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KIRCHBERG. Die Fahrenden sind in der Schweiz als nationale Minderheit im Sinne des Rahmenabkommens des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten anerkannt. Das Leben in einem Wohnwagen ist dabei integraler Bestandteil ihrer Identität. Dazu gehören auch die Formen des Haltens auf minimal eingerichteten Halteplätzen.

Bei allen nachgefragt

Im Kanton St. Gallen und der Region Wil herrscht Mangel an den Halteplätzen. Um diesen zu beheben, haben das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg) zusammen mit Vertretern der Politischen Gemeinden und mit Fahrenden das Konzept «Durchgangsplätze für Fahrende» entwickelt. Dieses sieht vor, dass der Kanton ein Grundstück kauft, darauf eine einfache Infrastruktur erstellt und die Gemeinde den Platz für Fahrende gegen Miete betreibt. Der Präsident der Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP), Beat Tinner, und der Vorsteher des Baudepartementes des Kantons St. Gallen, Willi Haag, haben alle Gemeinden, auch Kirchberg, über die Suche nach Durchgangsplätzen für Fahrende informiert. Trotz Anstrengungen sei es nicht gelungen, im Kanton offizielle Durchgangsplätze zu realisieren, weil die öffentlichen Auflagen der jeweils nötigen Teilzonenplanänderungen abgelehnt wurden.

Die Suche nach einer Lösung für die Fahrenden hat VSGP und Areg dazu bewogen, sämtliche Gemeinden im Kanton anzufragen, ob sie provisorische oder temporäre Plätze zur Verfügung stellen könnten.

2500 Quadratmeter nötig

Die Ansprüche an solche Durchgangsplätze seien bescheiden. Sie müssen für 10 bis 15 Wohnwagen Platz bieten, rund 2500 Quadratmeter chaussierte Fläche aufweisen, Anschlussmöglichkeiten für Wasser und Strom ermöglichen und über mindestens eine mobile Toilettenkabine und einen Abfallcontainer verfügen.

Nach Auffassung des Kirchberger Gemeinderats stehen in der Gemeinde keine geeigneten Plätze im öffentlichen Eigentum zur Verfügung. (gk)