Kein Platz für eine Bahnhof-Passerelle

Zur Bürgerversammlung der Gemeinde Flawil vom 28. April

Drucken
Teilen

LESERBRIEF

1984 wurde der Bau einer Passerelle am Flawiler Bahnhof von den Stimmenden mehr oder weniger klar abgelehnt. Gilt es heute endlich einen Fehlentscheid zu korrigieren? Was sagen die Fakten und die langjährigen Erfahrungen eines Bahnpendlers?

Das neu aufgelegte Passerelle-Projekt sieht eine Treppen- und Liftanlage auf einem schmalen Perronbereich vor. Der Komfort allenfalls kürzerer Wege wird erkauft durch das Ausreizen der letzten verfügbaren Zentimeter, bzw. einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit und Sicherheitsrisiken für die Bahnreisenden. Dass man sich auf dem Flawiler Perron längst an kritischen Grenzen bewegt, gestehen die SBB mindestens indirekt ein: Einige Zentimeter Bewegungsfreiheit und Sicherheit sollen nämlich demnächst unter dem Perrondach gewonnen werden, indem die Betonbrüstungen durch ein Geländer ersetzt und der Warteraum abgebrochen werden.

In der Machbarkeitsstudie werden Notwendigkeit und Nutzen einer Passerelle u. a. mit der Eröffnung der Durchmesserlinie Zürich (geänderte Zugsformationen) begründet. Dieses Argument bleibt jedoch mehr als fraglich, denn die in Flawil haltenden Züge werden sich durch den Mix der beiden Wagenklassen über die Zugslänge auszeichnen (wie ICN, REX oder andere Triebzüge). Der Doppelstock-Intercity, bestehend aus Erstklassabteil, Speisewagen und Zweitklassabteil, wird in Flawil wohl bald Geschichte sein.

Kurz: Die Flawiler Platzverhältnisse setzen sehr enge Grenzen – und sprechen letztlich aus betrieblichen und sicherheitstechnischen Gründen eindeutig gegen eine Passerelle – leider.

Anton Heer, Birkenstrasse 35, 9230 Flawil

Aktuelle Nachrichten