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Kein Knick mehr im Deckel

Bei Bernhard Büsser dreht sich nicht alles nur ums Bier, aber um den Kronkorken auf der Flasche. Seit Jahren sammelt er sie leidenschaftlich von allen möglichen Getränken. Mehr als 32 000 hortet er in seiner Schatzkammer.
Vanessa Meier Linero

FLAWIL-EGG. Alles begann ganz zufällig auf einer Reise in Kongo im Jahr 2004, als Büsser nach einem anstrengenden Tag ein Primus-Bier trank. Als Erinnerung nahm er den Korken mit und merkte plötzlich, was für eine grosse Vielfalt es von ihnen gab, und begann, sie zu sammeln.

Heute hat der Flawiler mehr als 32 000 verschiedene Kronkorken, die er mit anderen Sammlern aus aller Welt tauscht. «Ich habe 1094 verschiedene Coca Cola-Kronkorken», sagt er stolz. Und das ist nicht alles: Wer einen Fuss in seine Schatzkammer setzt, wird von Tausenden fein säuberlich sortierten und protokollierten Deckeln aus aller Welt empfangen. Seine Lieblingsherkunft bleibe die Schweiz, lacht er, «aber auch die afrikanischen gehören zu meinen Lieblingen, weil sie so selten und bunt sind». Zu diesen habe er, wegen seiner vielen Reisen, einen starken Bezug.

Wer sammelt, muss leiden

Büsser reiste aber nicht nur durch Afrika: «Ich liebe es in Länder zu reisen, die nicht sehr tourismusorientiert sind.» So war er auch im tiefsten Winter in Sibirien. Überall, wo er durchfährt, hält er Ausschau nach neuen und speziellen Kronkorken. «Meine Frau und ich mussten einmal einen 40 Grad heissen grünen Tee trinken, obwohl draussen eine unerträgliche Hitze herrschte – nur wegen des Korkens», erzählt er. Leider fehlen ihm noch einige Länder in seiner Sammlung, aus denen er keine Deckel habe. Diese würde er aber am liebsten selber bereisen statt sie durch Tauschen zu erhalten, dann habe er eine grössere Auswahl.

Doch nicht alle 32 000 Flaschen hat der Flawiler selbst getrunken. Viele Freunde bringen ihm von ihren Reisen verschiedene Korken mit. «Das grösste Problem für mich war natürlich, dass viele Kronkorken nach dem Öffnen mit einem normalen Bieröffner verknickt waren. Ich fand endlich die Lösung in einer kleinen Garage in China, als ich Ausschau nach neuen Korken hielt. Der Chinese öffnete mir ein Getränk mit einem Öffner aus Holz, der den Deckel nicht im Geringsten verbog», sagt er und demonstriert es voller Stolz. Heute schenkt er allen Freunden eine selbstgemachte Kopie dieses Öffners, damit sie die Deckel nicht beschädigen.

Er schätzt, dass es weltweit 1300 Leute gibt, die Kronkorken sammeln. In der Schweiz kenne er aber nur einen, der wie er ausschliesslich Kronkorken sammle. Sein ältester Korken stamme etwa aus den 60er-Jahren, sagt er.

Korken und Kindergärten

Bald wird Bernhard Büsser zum zweitenmal Vater, doch glücklicherweise wohnt er in einem grossen Haus, das genügend Platz bietet, damit er seine Sammlung behalten kann. In den unteren Stockwerken befindet sich nämlich der Kindergarten Egg. «Meine Frau duldet sie, solange noch genügend Platz für die Kinder bleibt. Aber natürlich kommt zuerst die Familie und erst dann mein Hobby», sagt der Flawiler. Den Kindergarten erachtet er als grosse Fundgrube, da dort oftmals mit Kronkorken gebastelt wird. «So habe ich auch schon ganz Aussergewöhnliche für meine Sammlung gefunden, denn zum Teil sind diese Bastelarbeiten sehr alt», erzählt er und schliesst die Tür zur Sammlung.

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