Kein Kader, sondern Persönlichkeiten

«Eine Distanzierung vom VPM ist ernst zu nehmen» Ausgabe vom 5. März 2014

Thomas Kaiser Sägestrasse 8, 8374 Oberwangen
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Das Interview vom 5. März mit Georg Schmid über die Mitgliedschaft im 2002 aufgelösten VPM verstösst gegen die Grundrechte. Das Bundesgericht hat 1996 in einem Urteil zugunsten des VPM entschieden: Die Mitgliedschaft in einem privaten Verein darf kein Thema in einem Einstellungsgespräch sein. Auch die Ausübung eines öffentlichen Amtes darf nicht eingeschränkt werden, es ist ein Verstoss gegen die Vereinsfreiheit. Dass Herr Rüdiger sich im Artikel «Rüdiger wird mit anonymem Schreiben attackiert» auf Kosten seiner ehemaligen Vereinskollegen zu profilieren versucht, ist übel. Seine Aussage, er sei nie Kadermann gewesen, sondern ein Mitglied, das Veranstaltungen besucht hat, ist eine Lüge. Ein «Kader» gab es im VPM nicht – sondern Persönlichkeiten; der Verein hatte einen Vorstand. Darin war Rüdiger ein aktives Mitglied. Seit der Gründung des VPM nahm er als Historiker an Diskussionsrunden teil und gestaltete diese mit. Schändlich ist, dass er jetzt das Sektenkonstrukt bemüht. Der Verein war nicht religiös. In den 90er-Jahren erarbeitete er fundierte Positionen zu Erziehungs-, Drogen- und Gesundheitsfragen sowie zur Wertethematik. Diese sind alle gesellschaftlich durchdiskutiert und im wesentlichen im Sinne der damaligen Vorschläge Allgemeingut geworden. Annemarie Buchholz, Vizepräsidentin des VPM, ist bis heute äusserst beliebt. Sie hat mit mitmenschlichem Engagement, getragen von grossem Einfühlungsvermögen, und mit Weitsicht in zentralen gesellschaftlichen Belangen sowie ihrem historischen und psychologischen Wissen das Vereinsleben auf freiheitlicher und gemeinschaftlicher Basis gestaltet. Auch die Familie Rüdiger hat sich beraten lassen und in einem grossen Ausmass Unterstützung erhalten. Wenn wir solche Windfahnen in unseren Institutionen haben, dann ist es um die Zukunft unseres direktdemokratischen Staatswesens schlecht bestellt.