Kein Gold für Hubmann-Brüder

An der Schweizer Nacht-OL-Meisterschaft in Aarau setzten sich Matthias Kyburz und Julia Gross durch. Die Brüder Daniel und Martin Hubmann aus Eschlikon mussten sich mit Silber (Daniel) und Bronze (Martin) begnügen.

Jörg Greb
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Martin Kyburz (827) konnte die Brüder Daniel und Martin Hubmann (direkt links neben ihm) bezwingen. (Bild: pd)

Martin Kyburz (827) konnte die Brüder Daniel und Martin Hubmann (direkt links neben ihm) bezwingen. (Bild: pd)

OL. Der Nacht-Orientierungslauf liesse sich als Domäne der Gebrüder Hubmann bezeichnen. Fünf Mal gewann seit 2006 Daniel Hubmann (32), und vergangenes Jahr setzte sich erstmals Martin Hubmann (26) durch. Bei den diesjährigen Titelkämpfen in dieser Sparte mit Kompass, Karte und Stirnlampe durch die dunkle Nacht aber mussten sich die «Hubmänner» mit den Rängen 2 und 3 zufriedengeben.

Gut aber nicht super

25 Sekunden fehlten Daniel Hubmann nach 60 Minuten im Buechwald zu Gold. Dieses ging zum zweiten Mal nach 2013 an Matthias Kyburz. «Mein Rennen war gut, aber nicht super», beschrieb es der ältere der beiden «Spitzen-OL-Hubmann-Brüder». Mit einigen spezifischen Nachteinheiten hatte er sich im Trainingslager Anfang Monat in Spanien darauf eingestimmt. Seit seiner Rückkehr aber schenkte er dieser Trainingsart keine Beachtung mehr.

Kein schöner Wald zum Laufen

Entsprechend der nicht allzu zielgerichteten Vorbereitung verlief das Rennen. Nachdem sich die Spitzengruppe aufgrund verschiedener Gabelungen rasch teilte, war Daniel Hubmann grösstenteils für sich alleine unterwegs. Das bei Regen, Glätte, schlechter Sicht, viel Fallholz und Brombeersträuchern. «Ein richtig schöner Wald, in dem schnelles Laufen und Orientieren möglich gewesen wäre, war das jedenfalls nicht», hielt Daniel Hubmann fest. «Einfach durch», nahm er sich bei den vielen Dickichten vor. Für Begeisterung sorgte Rang 2 nicht. «Wenn ich national antrete, will ich um den Sieg laufen», sagte er. Der gute, aber nicht sehr gute Lauf reichte dazu nicht. Festzuhalten ist aber, dass eine Nacht-OL-Schweizer-Meisterschaft für die wenigsten das grosse Saisonziel darstellt. Die bedeutenden Wettkämpfe und Meisterschaften folgen im späteren Saisonverlauf. Und darauf wird er sich gezielter einstellen und vorbereiten.

Früh auf Abwegen

Gar mit dem Adjektiv katastrophal umschrieb Martin Hubmann seinen Rennauftakt in dieser Saison. Als Titelverteidiger angetreten, liess er sich bereits auf dem Weg zum ersten Posten von den Widersachern und ihren anzulaufenden Posten verleiten. «Ich lief direkt zu Posten 2», musste er feststellen und rief sich wieder einmal in Erinnerung: «Man braucht viel Überzeugung und Mut für den eigenen Weg in einem solchen Massenstartrennen.» Rund zwei Minuten liess er auf seinem Umweg liegen.

Medaillengewinn überrascht

Doch er vermochte sich aufzufangen. Mit einem kontrollierten und sauberen Lauf arbeitete er sich in der Folge nach vorn, auch wenn er nicht mehr von direkten Widersachern hat profitieren können. Dass es am Schluss noch zur Bronzemedaille reichte, überraschte ihn enorm. Eine Belohnung für seine Anstrengungen sah er darin.